Europa

Griechenland rüstet auf: Neue Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Hubschrauber bestellt

Griechenland hat das größte Rüstungsprogramm seiner jüngeren Geschichte gestartet. Hierfür wurde zahlreiches militärisches Gerät geordert.
Griechenland rüstet auf: Neue Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Hubschrauber bestelltQuelle: AFP © SAKIS MITROLIDIS / AFP

Griechenland hat in Anbetracht des andauernden Konfliktes mit seinem Nachbarn Türkei ein neues Rüstungsprogramm ins Leben gerufen, das alle bisherigen militärischen Aktionen des Landes in den Schatten stellt. So wurden 18 neue Rafale-Kampfjets beim französischen Hersteller Dassault bestellt, wovon bereits sechs Exemplare am 19. Januar auf dem westlich von Athen gelegenen Militärflughafen Tanagra landen werden. Das Parlament soll der Anschaffung noch in dieser Woche zustimmen. Zusätzlich sollen noch Munition, Fregatten und weiteres Militärzubehör gekauft werden.

Der US-amerikanische Rüstungskonzern Lockheed arbeitet überdies mit dem griechischen Luftfahrtunternehmen Hellenic Aerospace daran, 84 ältere F-16-Kampfjets zu modernisieren. Doch damit nicht genug: Auch die Seeflotte soll aufgerüstet werden. Bis 2025 erwartet die Kriegsmarine die Auslieferung von zwei Belharra-Fregatten des französischen Rüstungskonzerns Naval Group. Ein weiteres Schiff soll 2026 folgen.

Die Modernisierung des militärischen Apparats ist Teil eines groß angelegten Rüstungsprogramms, das im September letzten Jahres vom griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis bekannt gegeben wurde. Dazu gehört auch die Beschaffung von neuen Hubschraubern und Drohnen sowie die Einstellung 15.000 zusätzlicher Berufssoldaten.

Auch der Militärdienst wurde von neun auf zwölf Monate verlängert, wodurch die Zahl der aktiven Wehrpflichtigen von 100.000 auf 133.000 steigen soll. Grund hierfür ist der anhaltende Konflikt mit der Türkei um Energie- und Hoheitsrechte in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer.

Das neue Aufrüstungsprogramm bringt jedoch auch hohe Kosten mit sich. Im vergangenen Jahr hat das Land seine Ausgaben bereits von 500 Millionen auf 2,5 Milliarden verfünffacht. In diesem Jahr sollen die Ausgaben auf 3,36 Milliarden steigen.

Griechenland will sich durch diese Maßnahmen an der NATO-Südostflanke profilieren und eine ernsthafte Konkurrenz zur Türkei darstellen, die aufgrund des Konfrontationskurs von Präsident Recep Tayyip Erdoğan zunehmend als problematischer NATO-Partner wahrgenommen wird. Im Dezember betonte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu, dass die Türkei ihre Interessen "wenn nötig auf dem Schlachtfeld" durchsetzen werde. Die türkischen Streitkräfte sind den griechischen zahlenmäßig immer noch überlegen. Bei den Kampfflugzeugen herrscht jedoch schon nahezu Gleichstand: Die Türkei hat 207 Kampfjets, Griechenland 187.

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