Europa

Gegen Missbrauch des Asylrechts: Großbritannien plant Altersfeststellung minderjähriger Geflüchteter

Die britische Innenministerin kündigte an, dass bei Asylbewerbern künftig das Alter anhand von Röntgenbildern festgestellt werden kann, falls Zweifel an der Altersangabe bestehen. Bis jetzt sei man hier zu großzügig gewesen und körperliche Untersuchungen waren rechtlich nicht zulässig.
Gegen Missbrauch des Asylrechts: Großbritannien plant Altersfeststellung minderjähriger GeflüchteterQuelle: www.globallookpress.com © Rob Pinney

Ein wissenschaftlicher Ausschuss soll sich mit der Möglichkeit befassen, das Alter von Migranten festzustellen, die angeben, dass sie noch nicht volljährig sind. Dabei soll auf andere Länder geschaut werden, in denen es bereits üblich ist, anhand von CT- und MRT-Scans das Alter festzustellen. In Finnland und Norwegen etwa werden Röntgenaufnahmen eingesetzt, um die Entwicklung der Zähne und die der Knochen am Handgelenke zu untersuchen. 

Britische Behörden sollen mehr Mittel erhalten, um die Altersangaben überprüfen zu können. Das Gesetz wird entsprechend angepasst. Bislang musste man sich auf Einschätzungen von Sozialarbeitern berufen. Medizinische Untersuchungen zur Altersbestimmung waren verboten. 

Nun will die britische Innenministerin Priti Patel nach eigenen Angaben den "entsetzlichen Missbrauch des Asylsystems" beenden: 

"Das Gesetz über Staatsangehörigkeit und Grenzen wird viele der eklatanten Missbräuche beenden, die dazu geführt haben, dass unser Einwanderungs- und Asylsystem von Personen missbraucht wird, die kein Recht haben, sich in unserem Land aufzuhalten. Migranten, die behaupten unter 18 Jahre alt zu sein, erhalten eine bessere Unterbringung und Unterstützung, eine wohlwollendere Anhörung bei ihrem Asylantrag und werden seltener inhaftiert."

Im letzten Jahr allein hätten zwei Drittel von 1.700 Einschätzungen ergeben, dass die Personen in Wirklichkeit nicht minderjährig waren. Viele davon hätten sich in Schulen zusammen mit Jugendlichen unterrichten lassen und damit Kinder und junge Erwachsene gefährdet, betonte die Innenministerin. 

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