Europa

EU-Arzneimittelbehörde EMA lässt BioNTech-Impfstoff für Kinder ab 5 Jahren zu

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von BioNTech/Pfizer bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren gegeben. Die endgültige Entscheidung muss noch von der EU-Kommission gefällt werden. Dies gilt aber als Formsache.
EU-Arzneimittelbehörde EMA lässt BioNTech-Impfstoff für Kinder ab 5 Jahren zuQuelle: AFP © Andrej Ivanov

Der Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist bislang in der Europäischen Union erst ab zwölf Jahren zugelassen. Nun hat die EU-Arzneimittelbehörde EMA auch für die Anwendung des Vakzins für Kinder ab fünf Jahren grünes Licht gegeben. Der zuständige EMA-Ausschuss empfahl am Donnerstag eine Erweiterung der Zulassung. Nun soll die EU-Kommission die endgültige Entscheidung fällen. Dies gilt aber als Formsache.

Das Vakzin für die Kinder enthält ein Drittel der Erwachsenen-Dosis. Es wird zweimal im Abstand von drei Wochen verabreicht.

Die EMA betonte, dass der Impfstoff laut Studien sicher und effektiv sei. Bisher seien keine schweren Nebenwirkungen festgestellt worden, allenfalls milde Reaktionen wie Fieber, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Die Experten hatten seit Oktober 2021 die Studien der Hersteller geprüft.

Kinder erkranken zwar nur höchst selten an COVID-19. Doch, so sagen die EMA-Experten, auch sie könnten schwer krank werden. Die Vorzüge der Impfung seien daher höher zu bewerten als mögliche Risiken.

In Deutschland stehen nach Angaben des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) ab dem 20. Dezember 2021 2,4 Millionen Dosen des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs für Kinder zur Verfügung. Weitere Lieferungen seien in den ersten Monaten des neuen Jahres zu erwarten.

Doch die Entscheidung der EMA bedeutet nicht automatisch, dass nun auch die Impfung von Kindern empfohlen wird. Darüber müssten die nationalen Regierungen beziehungsweise Gesundheitsbehörden entscheiden, betonte die Europäische Arzneimittelbehörde. In Deutschland wird daher zunächst ein Gutachten der Ständigen Impfkommission (STIKO) erwartet. Sie will ihre Empfehlung zur Corona-Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren noch vor Jahresende abgeben.

Der Vorsitzende der STIKO, Thomas Mertens, äußerte Verständnis für Eltern, die skeptisch seien. Er erklärte gegenüber der Schwäbischen Zeitung:

"Das kann ich sehr gut verstehen, und es entspricht im Grunde auch dem Problem, vor dem die STIKO mit ihrer Empfehlung steht – nämlich dem Abwägen von Nutzen und möglichen 'Restrisiken' bei den Kindern in dieser Altersgruppe."

In einer Zulassungsstudie der Firma Biontech/Pfizer seien keine schwerwiegenden Impfreaktionen oder Nebenwirkungen dokumentiert worden, so Mertens weiter. Die Wirksamkeit des Impfstoffs entspreche bei Kindern, nach einer relativ kurzen Beobachtungszeit, zudem etwa der bei Erwachsenen. Die Zahlen aus den aktuellen Studien reichten aber nicht aus, um seltene Nebenwirkungen auszuschließen. Man müsse auch die Ergebnisse früherer Studien und Anwendungsdaten einbeziehen. Man bereite derzeit die Entscheidung über eine Empfehlung vor, sagte Mertens.

In Israel, Kanada und den USA wird Kindern ab fünf Jahren dieser Impfstoff bereits verabreicht. In den Vereinigten Staaten haben bislang rund drei Millionen Kinder ab fünf Jahren das Vakzin von BioNTech/Pfizer erhalten. Nach Herstellerangaben zeigte es in dieser Altersgruppe bislang eine Wirksamkeit von 91 Prozent, bezogen auf symptomatische Erkrankungen. In Israel und Kanada sind die Impfungen für Kinder ab fünf Jahren in dieser Woche angelaufen.

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(dpa/rt de)

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