Europa

Zahlreiche Migranten nach Polen unterwegs: Litauen schickt Militär zur Grenze

Das litauische Innenministerium hat am Montag angekündigt, Truppen an die weißrussische Grenze zu schicken. Zuvor waren Fotos aufgetaucht, die zahlreiche Migranten zeigen, welche sich zu Fuß in Richtung der Grenze zum EU-Nachbarland Polen bewegen.

Litauens Innenministerin Agnė Bilotaitė sagte am Montag, dass ihr Land Truppen an die Grenze zu Weißrussland schickt, berichtete der litauische Rundfunk LRT. Der Politikerin zufolge seien die Behörden und Streitkräfte ihres Landes in Alarmbereitschaft. Die Einführung eines Notstandsregimes an der Grenze werde diskutiert. Bilotaitė sagte auch, dass die litauischen Behörden eng mit den polnischen Kollegen zusammenarbeiten und Informationen austauschen. Sie fügte hinzu:

"Was hier passiert, ist nicht nur ein Angriff auf Litauen oder Polen, das ist ein Angriff auf die gesamte Europäische Union."

Zuvor hatte der weißrussische Grenzschutz berichtet, dass eine große Gruppe von Migranten in Richtung der Grenze unterwegs war. Auf Fotos und Videos ist zu sehen, wie Hunderte Menschen ihr Hab und Gut tragen.

Aus Sicht der polnischen Regierung könnte die Gruppe versuchen, nahe des Ortes Kuznica Bialostocka die Grenze zu durchbrechen. "Nach neuesten Informationen steht diese riesige Gruppe von Migranten unter der Kontrolle von bewaffneten belarussischen Einheiten, die entscheiden, wohin sie gehen darf und wohin nicht", schrieb Geheimdienstkoordinator Stanislaw Zaryn auf Twitter. Er sprach von einer weiteren feindlichen Aktion des Nachbarlands gegen Polen. Die polnische Regierung berief deshalb einen Krisenstab ein.

Die Migrationskrise an der Grenze zur EU begann im Sommer 2021, nachdem der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko angekündigt hatte, die Kontrolle über die illegalen Migrantenströme zu lockern. Als Reaktion auf Sanktionen gegen sein Land hatte er damals erklärt, Menschen auf ihrem Weg zu einem besseren Leben nicht mehr aufzuhalten. In der Grenzregion kam es unter Migranten bereits zu mehreren Todesfällen. Die EU-Staaten Polen und Litauen haben in den vergangenen Monaten Tausende Grenzübertritte gemeldet.

Mehr zum Thema - Flüchtlingskrise an der polnischen EU-Grenze: Polizeigewerkschaftschef warnt vor Situation wie 2015

(rt/dpa)

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