Europa

Kongsberg: Norwegen bewertet den Angriff jetzt als Terrorakt

Espen Andersen Bråthen heißt der inzwischen geständige Angreifer von Kongsberg, dem fünf Menschen zum Opfer fielen, vier Frauen und ein Mann. Er hat bereits 2017 Videos veröffentlicht, in denen er Drohungen aussprach. Er war aber auch wegen psychischer Probleme bereits bekannt.
Kongsberg: Norwegen bewertet den Angriff jetzt als TerroraktQuelle: AFP © Terje Pedersen / NTB / AFP

Der Bogenschützenangriff in der norwegischen Stadt Kongsberg, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen, wird nach Auskunft des norwegischen Geheimdienstes inzwischen als Terrorakt eingestuft. Opfer der Tat wurden vier Frauen und ein Mann im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Zu dem Motiv wird weiter ermittelt.

Der 37-jährige, inzwischen geständige Täter Espen Andersen Bråthen, gegen den mittlerweile Anklage wegen Mordes in fünf Fällen erhoben wurde, ist dänischer Staatsbürger, hat aber sein bisheriges Leben in Norwegen verbracht. Auf einer Pressekonferenz teilte die norwegische Polizei mit, dass seine Eltern gegen ihn eine gerichtliche Verfügung erwirkt hätten. Nachdem er sie mit einer Waffe bedroht hatte, dürfe er sie nicht mehr besuchen. Des Weiteren bestätigte die Polizei, dass ein Bekannter Bråthens die Staatsgewalt bereits kontaktiert hatte: Er hegte Sorgen wegen einer Radikalisierung des späteren Täters, nachdem dieser zum Islam übergetreten war.

Bereits 2017 veröffentlichte Bråthen zwei Videos auf YouTube, in denen er folgende Sätze sprach (in einer englischen und einer norwegischen Version): "Ich werde eine Warnung aussprechen. Ist das wirklich das, was Sie wollen? Und für jeden, der Wiedergutmachung für sich selbst leisten will, ist es an der Zeit. Ich bin Muslim."

Der Freund, der nach Veröffentlichung des Videos die Polizei darüber informierte, bezeichnete ihn als paranoid schizophren. Er habe damals geschrieben: "Die Polizei sollte sehr gut wissen, wer diese Person ist. Und ich hoffe wirklich, dass Sie aufpassen, bevor Leben verloren gehen oder jemand dauerhaft in Gewahrsam genommen wird." Die Polizei habe ihm daraufhin erklärt, sie hätte die volle Kontrolle und es gebe nichts zu befürchten.

Jetzt, nach der Tat, äußerte dieser Jugendfreund der Presse gegenüber: "Ich denke, er ist seit Jahren eine tickende Bombe. Er hat Hilfe gebraucht, aber er hat sie nicht bekommen."

Oussama Tlili, Vorsteher der einzigen Moschee in Kongsberg, wurde inzwischen von dem norwegischen Fernsehsender TV2 interviewt. Er sagte, Bråthen "war vor vier, fünf, sechs Jahren zwei, drei Mal in einem Monat hier." Er sei allerdings nicht zum Gebet erschienen, sondern habe das Gespräch über irgendeine Botschaft gesucht, die er der Welt vermitteln wollte. Er könne nicht mehr genau sagen, wann das gewesen sei, erinnere sich aber noch gut an den Mann. "In den 13-14 Jahren, in denen die Moschee hier ist, gab es nur wenige Menschen mit europäischem oder skandinavischem Aussehen," sagte er.

Inzwischen steht fest, dass alle fünf Morde nach dem ersten Kontakt des Täters mit der Polizei um 18:18 Uhr stattfanden. Er war nach den Angriffen entkommen, konnte aber schließlich um 18:57 Uhr festgenommen werden.

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