Europa

Nicht geimpft gleich misshandelt? Aufregung um Aushang im Schularzt-Zimmer in St. Pölten

Das Österreichische Nationale Impfgremium hat sich auch bei Kindern und Jugendliche von 12 bis 15 Jahren für eine Immunisierung gegen das Coronavirus ausgesprochen. Doch das Thema spaltet die Alpenrepublik. Nun sorgte ein Aushang bei einem Schularzt für Aufsehen.
Nicht geimpft gleich misshandelt? Aufregung um Aushang im Schularzt-Zimmer in St. PöltenQuelle: AFP © Joe Raedle / Getty Images North America via AFP

In Österreich ist die Impfung auch für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren uneingeschränkt empfohlen – mit wenigen Ausnahmen für alle Personen aus dieser Altersgruppe. Das Nationale Impfgremium (NIG) beschloss dies Anfang Juni einstimmig. Demnach überwiege in dieser Altersgruppe der Nutzen der Impfung gegenüber dem Risiko von Nebenwirkungen. Für Kinder unter zwölf Jahren ist noch kein Vakzin gegen SARS-CoV-2 zugelassen.

Doch die Immunisierung gegen das Coronavirus bei den Jüngeren bleibt in der Alpenrepublik weiterhin ein Streitthema. Viele Jugendliche und ihre Eltern tun sich mit der Entscheidung schwer. Knapp 80.000 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren haben sich bislang den Daten von statista.com zufolge (Stand 26. September 2021) in Österreich impfen lassen.

Nun sorgte ein Aushang in Niederösterreich für Wirbel. In der Landeshauptstadt St. Pölten hing laut einem Bericht der Kronenzeitung in einem Schularzt-Zimmer: "Nicht geimpfte Kinder sind misshandelte Kinder". Die Echtheit sei der Zeitung demnach auch von der Bildungsdirektion des Bundeslandes bestätigt worden. 

Empörung kam von der FPÖ, die zuletzt auf der politischen Bühne in Österreich vor allem mit Ablehnung aller Corona-Maßnahmen, die sie als "grundlose Freiheitseinschränkung" bezeichnete, sowie der Impfung aufgefallen ist. Die Nachricht mit dem Aushang im Schularzt-Zimmer in St. Pölten griff nun auch der lokale FPÖ-Stadtrat Klaus Otzelberger auf und nannte ihn "skandalös". Der Politiker forderte zudem Konsequenzen.

Die Bildungsdirektion von Niederösterreich beschwichtigt und erklärte gegenüber der Kronenzeitung, dass es sich bei den insgesamt sechs Aushängen in der Arztpraxis um Auszüge aus der Kinderrechtskonvention im Jahr 1992 handele. Der Passus mit den Impfungen sei daher nicht auf die Corona-Impfung bezogen. Inzwischen sollen die Aushänge abgehängt worden sein, um weitere Missverständnisse zu vermeiden.

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Information:

Sicherheit und Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe sind umstrittene Themen. Zahlreiche Experten in Wissenschaft, Politik und Medien schätzen diese als sicher und effektiv ein, da sie das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung weitgehend verhindern und die Vorteile einer Corona-Impfung die Risiken und Nebenwirkungen überwiegen. Langzeitnebenwirkungen der Impfungen sind generell nicht bekannt. Auch Risiken wie der ADE-Effekt (antibody-dependent enhancement, auf Deutsch: infektionsverstärkende Antikörper) wurden bisher bei weltweit Milliarden verabreichter Impfstoff-Dosen nicht beobachtet. Auch, dass Gensequenzen von beispielsweise mRNA-Vakzinen in die menschliche DNA eingebaut werden, gilt in Fachkreisen als ausgeschlossen. Stellungnahmen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der bundesdeutschen Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) lassen sich hier und hier nachlesen.

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