Deutschland

Berliner Kinderarzt fordert Normalität für Kinder: "Wir quälen Kinder mit Maske, mit Testen..."

Der Berliner Kinderarzt und Sprecher des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske, fordert eine Rückkehr zur Normalität für die Kinder in Deutschland. Er betont, dass das Coronavirus für Kinder zumeist harmlos sei. Erwachsenen würden Freiheiten gewährt und Kinder mit Masken und Tests gequält.
Berliner Kinderarzt fordert Normalität für Kinder: "Wir quälen Kinder mit Maske, mit Testen..."Quelle: www.globallookpress.com © Uta Wagner via www.imago-images./www.imago-images.de

In Deutschland erhalten Minderjährige derzeit ab 12 Jahren ein Impfangebot gegen das Coronavirus. Doch in vielen Bundesländern gilt weiterhin in den Schulen die Maskenpflicht. In Berlin können die Kinder bis zur sechsten Klasse nun aufatmen. Dort ist die Maskenpflicht entfallen. Die Lehrerverbände stemmen sich allerdings gegen die Abschaffung und auch nicht allen Eltern gefällt die neue Regelung. In Petitionen fordern sie, dass die Vorschrift zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Schule erhalten bleiben sollte. Die obligatorischen Tests mindestens zweimal pro Woche werden beibehalten.

Jakob Maske, Berliner Kinderarzt und Sprecher des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), macht seinem Unmut über den Umgang mit den Kindern in Deutschland Luft: 

"Wir quälen Kinder mit Maske, wir quälen sie mit Testen etc. Das ist die einzige Gruppe, die sich das gefallen lassen muss, weil sie sich nicht selber wehren kann. Corona, muss man sagen, ist für diese Altersgruppe auch – ein Glück – relativ harmlos." 

Im Gespräch mit dem Deutschlandradio erklärte der Kinderarzt, dass sich durch das Fehlen der Maske die Viren nun zwar schneller verbreiten würden. Das gebe jedoch wenig Anlass zur Sorge, "weil Kinder sehr selten schwer erkranken, oder gar extrem schwer." Die hohen Inzidenzen bei Kindern seien nur darauf zurückzuführen, dass diese so häufig getestet würden. Das sei bei Erwachsenen nicht der Fall.

Den Kindern werde eine Rückkehr zu einem normalen Alltag verwehrt. Die Erwachsenen hingegen könnten viel mehr Freiheiten genießen. In der Debatte um die Maskenpflicht fehle es an "jemandem, der sich um die Rechte der Kinder kümmert." Schulschließungen könnten durch die Impfung der Erwachsenen verhindert werden: 

"Wenn die Lehrer und wenn das Schulpersonal und alle anderen Erwachsenen geimpft sind, sind Kinder gut geschützt und die Erwachsenen sind auch gut geschützt."

Zwar würden die Kinder nun viele andere Infekte nachholen, weil etwa durch den Lockdown oder die Maske "ein Infektionsloch im Frühjahr, im Winter, im letzten und in diesem Sommer" entstanden war, doch es handele sich laut dem Kinderarzt um "harmlose" Infekte der oberen Atemwege. Es gebe "auch mal welche, die dann vielleicht eine Bronchitis bekommen und auch ein wenig schwerer erkranken. Aber richtig bedrohlich sind diese Viren ja nicht für normale Schulkinder oder auch Kita-Kinder", so Maske im Deutschlandradio.

Zugleich widersprach der Sprecher des BVKJ etwa der Virologin Melanie Brinkmann, die das Abschaffen der Maskenpflicht in der Schule scharf kritisiert hatte. Die Virologen hätten eine andere Sicht auf die Dinge, so Maske. Er ergänzte: 

"Sie sehen ihre Viren und sehen nicht die Menschen, die dahinter stecken in der Regel, sondern das sind ja wir Ärzte."

An "anlasslosen Tests" übte Maske ebenso Kritik. Man könne das "als Ausnahmefall mal machen, wenn es einen Fall in der Klasse gibt, unter Umständen. Dann gerne mit Lollitest als PCR", so Maske weiter. Aber das weitere Testen einer "Gruppe, die an dieser Erkrankung selber kaum erkrankt und kaum schwere Verläufe hat", sei nicht mehr erklärbar. In "naher Zukunft" müsse man darüber nachdenken, die Testungen abzuschaffen. Derzeit sei dieser Schritt allerdings "noch ein bisschen verfrüht."

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Information:

Mund-Nasen-Bedeckungen gehören zu den Hygiene-Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 einzudämmen. Das Robert Koch-Institut empfiehlt das generelle Tragen von Masken in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum, um den Infektionsdruck und damit die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren und Risikogruppen zu schützen. Laut RKI ist das generelle Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Situationen notwendig, in denen nicht auszuschließen ist, dass empfängliche Personen (z. B. nicht oder nicht vollständig Geimpfte oder Personen mit einem Risiko für einen schlechteren Impfschutz) anwesend sind. Dies betrifft die Übertragung insbesondere in Innenräumen im öffentlichen Bereich, wenn mehrere Menschen zusammentreffen, sich länger aufhalten bzw. wenn verstärkt Aerosole entstehen oder der physische Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden kann. Im Außenbereich ist das Risiko Infektionsrisiko insbesondere bei Einhaltung des Mindestabstands geringer. Informationen des Robert Koch-Institutes (RKI) dazu lassen sich hier nachlesen.

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