Europa

Unfall oder Attentat? Schwedischer Mohammed-Karikaturist stirbt nach Zusammenstoß mit Lkw

Ein Frontalzusammenstoß mit einem Lastwagen kostete den schwedischen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks und zwei Polizisten, die ihn begleiteten, das Leben. Es wurden Ermittlungen eingeleitet. Vilks hatte zuvor Morddrohungen erhalten, entging knapp einem Attentat und stand unter Polizeischutz.
Unfall oder Attentat? Schwedischer Mohammed-Karikaturist stirbt nach Zusammenstoß mit LkwQuelle: www.globallookpress.com © © imago stock&people

Am Sonntagnachmittag war der schwedische Karikaturist Lars Vilks in einem Polizeifahrzeug, begleitet von zwei Polizisten, auf der zweispurigen Autobahn E4 in der Nähe der Stadt Markaryd unterwegs. Er befand sich auf dem Weg nach Hause, nachdem er zwei Freunde zum Abendessen besucht hatte. 

Sein Fahrzeug soll mit hoher Geschwindigkeit aus noch nicht geklärten Ursachen auf die falsche Spur geraten sein, wodurch es mit einem Lastwagen zusammenstieß. Beide Fahrzeuge fingen Feuer. Zunächst hieß es, zwei Polizisten und eine Schutzperson seien ums Leben gekommen. Dann wurde öffentlich, dass es sich bei dem dritten Opfer um Vilks selbst handelte.

Der Lkw-Fahrer, ein 45 Jahre alter Mann, zog sich schwere Verletzungen zu, überlebte aber den Unfall. Im Krankenhaus wurde er bereits von der Polizei vernommen.

Der Polizeisprecher Rickard Lundqvist erklärte: 

"Ob es kriminelle Verdächtigungen gibt, kann ich im Moment nicht sagen."

Spurensuche soll Klärung bringen 

Da bei dem Unfall auch Polizisten ums Leben kamen, ermittelt die Sonderstaatsanwaltschaft. Die Autobahn wurde gesperrt, ein Hubschrauber und eine Hundestaffel waren im Einsatz. Es deutet vieles darauf hin, dass es sich um einen Unfall handelt, heißt es von Seiten der Polizei.

Noch gibt es hierzu keine eindeutige Stellungnahme. Man befände sich in einem "sehr frühen Stadium" der Ermittlungen, betont die Polizei am Sonntag. Der Fahrbahnabschnitt der E4, auf welchem sich der Zusammenstoß ereignete, war mehrmals umgebaut worden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Das Polizeifahrzeug soll mit sehr hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein.  Auf einer Pressekonferenz am Montag teilte die schwedische Polizei mit, die Explosion eines Reifens könnte Ursache des Unfalls gewesen sein. Hinweise auf ein Attentat gäbe es nicht, so der Leiter der regionalen Ermittlungsstelle Personenschutz im Polizeirevier Süd, Stefan Sintéus. Es könne jedoch auch nicht ausgeschlossen werden.

Seit dem Jahr 2007 stand Vilks unter Polizeischutz. Grund war eine Zeichnung von ihm, in welcher er den Propheten Mohammed als Hund malte. Im Februar 2015 entging er einem Attentat, bei dem ihn ein dänischer Bürger mit palästinensischen Wurzeln töten wollte. Der Attentäter ermordete stattdessen den dänischen Filmemacher Finn Nørgaard und verletzte drei Polizisten. Anschließend tötete er einen jüdischen Wachmann vor einer Synagoge und verletzte zwei weitere Polizisten. Schließlich wurde er von der Polizei erschossen.

Der Sprecher der schwedischen Grünen (Miljöpartiet), Simon Larsson drückte sein Beileid aus: 

"So schrecklich zu lesen, dass Lars Vilks und zwei Polizisten bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen. Seine künstlerischen Fähigkeiten waren großartig und er zahlte einen hohen Preis für seine Kunstfertigkeit und Redefreiheit. Meine wärmsten Gedanken sind bei seinen Angehörigen."

Auch der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven bekundete seine Trauer: 

"Mit großer Trauer habe ich gestern die Nachricht erhalten, dass Lars Vilks und zwei Polizisten bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Vilks ist seit 2010 gezwungen, in Unfreiheit zu leben, weil er seine Meinungsfreiheit genutzt hat (...)"

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