Europa

"Wir wollen viele afghanische Menschen schützen" – EU rechnet mit Fluchtbewegung aus Afghanistan

Als Folge der Eroberung durch die Taliban und der humanitären Notlage in Afghanistan müsse sich die Europäische Union bald auf beträchtliche Flüchtlingsbewegungen gefasst machen. Das teilte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell dem EU-Parlament in Straßburg mit.
"Wir wollen viele afghanische Menschen schützen" – EU rechnet mit Fluchtbewegung aus AfghanistanQuelle: Reuters © Olivier Douliery

Die Menschen würden sich auf den Weg machen, wenn die Taliban es ihnen erlauben, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Dienstag vor dem EU-Parlament in Straßburg. Er fügte hinzu:

"Wir wissen, dass viele Menschen das Land verlassen wollen."

Die Lebensmittelpreise in dem Krisenland steigen, das Finanzsystem befinde sich im freien Fall. Nach UN-Zahlen haben 93 Prozent der Haushalte in Afghanistan nicht genug zu essen, die Grundversorgung stehe demnach vor dem Zusammenbruch. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden in Afghanistan etwa 3,5 Millionen Menschen vertrieben, davon 550.000 seit Beginn dieses Jahres. Dazu beigetragen habe auch eine Dürre mit schlechten Ernten und wenig Futter für Tiere.

Nach Angaben von Borrell muss deswegen schon jetzt geklärt werden, welche Länder gegebenenfalls flüchtende Afghanen aufnehmen könnten. Dabei wolle niemand, dass Hilfsangebote der EU als eine Art Einladung verstanden würden. Der Außenbeauftragte argumentierte:

"Wir wollen keinen Pull-Effekt erzeugen. Aber wir wollen viele afghanische Menschen schützen, die unseren Schutz verdient haben."

Mehr zum Thema"Größte humanitäre Krise": Airbnb will 20.000 afghanische Flüchtlinge kostenlos unterbringen

(rt/dpa)

Sehr geehrte RT DE-Leser,

wir sind auf einen neuen Dienst für die Kommentarfunktion umgestiegen.

Da wir die Privatsphäre unserer Leser respektieren und Ihre Daten nicht an eine Drittplattform übermitteln werden, müssen Sie sich erneut registrieren. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeit und hoffen, dass sie sich weiterhin mittels der Kommentarfunktion über aktuelle Themen austauschen und informieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre RT DE-Redaktion