Europa

Türkei: Feuer teils unter Kontrolle – Sturzflut im Norden

Während einige der verheerenden Brände in der Türkei und Griechenland mittlerweile unter Kontrolle sind, ergingen über den Norden heftige Regenfälle. In der Türkei wurden am Donnerstag nach der schweren Sturzflut über 20 Tote gemeldet, hunderte wurden evakuiert.
Türkei: Feuer teils unter Kontrolle – Sturzflut im NordenQuelle: AFP © Handout / IHH / AFP

Ein Großbrand in der südwesttürkischen Provinz Muğla ist zwei Wochen nach Ausbruch unter Kontrolle. Einsatzkräfte seien dabei, das Gebiet im Bezirk Köyceğiz abzukühlen, schrieb Forstminister Bekir Pakdemirli in der Nacht zu Donnerstag auf Twitter. Zuletzt hatten starke Winde die Löscharbeiten in der Region behindert.

Im Norden der Türkei ist die Zahl der Todesopfer der Sturzfluten nach Angaben der örtlichen Behörden auf 27 gestiegen. Mehr als 900 Menschen wurden evakuiert, da Gebäude, Brücken und Straßen schwer beschädigt wurden.

Am Donnerstag erklärte die Direktion für Katastrophen- und Notfallmanagement (AFAD), sie arbeite rund um die Uhr, um die Bedürftigen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen der Nordtürkei zu erreichen. In einer Erklärung hieß es, dass sowohl die Küstenwache als auch der Türkische Rote Halbmond beteiligt seien.

In Kastamonu erklärte die AFAD, dass 777 Mitarbeiter, 61 Fahrzeuge, 32 Krankenwagen und neun Hubschrauber an den Hilfsmaßnahmen beteiligt waren. Auf im Internet verbreiteten Aufnahmen ist zu sehen, wie ein Hubschrauber zwei gestrandete Personen vom Dach eines von den Fluten überschwemmten Gebäudes rettet. Die Direktion gab auch bekannt, dass die Zahl der Todesopfer in Kastamonu an der türkischen Schwarzmeerküste auf mindestens neun gestiegen ist, während die Suche nach einer vermissten Person weitergehe.

Der Fernsehsender TRT Haber hatte zuvor berichtet, dass eine Person an einem Herzinfarkt gestorben sei, während eine weitere vermisst werde, nachdem die Nachbarprovinzen Sinop und Bartın von den Überschwemmungen heimgesucht wurden. In anderen türkischen Berichten hieß es, dass in einem regionalen Krankenhaus 45 Patienten behandelt wurden, von denen vier auf der Intensivstation lagen. Sie fügten hinzu, dass Rettungskräfte Lebensmittel und Vorräte an die Evakuierten verteilten, die in Schlafsälen untergebracht waren. Die verheerenden Sturzfluten, die am Mittwoch den Norden der Türkei heimsuchten, haben mehr als 170 Dörfer ohne Strom gelassen, vier Brücken zerstört und andere wichtige Infrastruktur, darunter Straßen, beschädigt. Auf Bildern, die im Internet und im Fernsehen verbreitet wurden, sind Autos inmitten von Trümmerhaufen zu sehen, die von den Fluten mitgerissen wurden.

Im Gegensatz dazu hatten die türkischen Behörden an der Südküste den ganzen Sommer über mit Waldbränden zu kämpfen. Mindestens neun Menschen sind bei den Bränden ums Leben gekommen, die auch in anderen Teilen des östlichen Mittelmeers aufgetreten sind. Seit Ende Juli waren in der Türkei mehr als 200 Feuer ausgebrochen, darunter 16 große Waldbrände. Mehr als die Hälfte der 81 Provinzen waren betroffen. Inzwischen wurden die meisten Brände unter Kontrolle gebracht. Besonders in den Küstenprovinzen Antalya und Muğla hat das Feuer große Zerstörung angerichtet.

In der Provinz Antalya kämpften Einsatzkräfte noch am Donnerstag gegen einen neuen Brand in der Nähe eines Wohngebietes der Stadt Manavgat, der laut einer Sprecherin jedoch schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. Zwar sind viele der Brände in der Türkei unter Kontrolle, doch können Funken immer wieder überspringen und wegen der extremen Trockenheit in Verbindung mit Winden Feuer auslösen.

Ähnlich verrückt ist das Wetter im benachbarten Griechenland: Während Feuerwehrleute auf der Halbinsel Peloponnes und der Insel Euböa bei über 30 Grad Hitze weiterhin gegen die Flammen kämpften, gingen im Nordosten Griechenlands am Mittwoch Hagelschauer und Regen nieder. 

Im Norden der zweitgrößten Insel Euböa sowie im Westen der Halbinsel Peloponnes wäre Regen willkommen, um die Feuer etwas einzudämmen. Auf Euböa kämpften noch in der Nacht zum Donnerstag fast 900 Feuerwehrleute mit 232 Löschzügen und anderen Fahrzeugen gegen die Flammen. Im Westen der Peloponnes waren laut griechischer Feuerwehr am Mittwochabend 578 Feuerwehrleute und 181 Fahrzeuge im Einsatz.

An diesen beiden größten Feuerfronten in Griechenland sind mittlerweile Rettungskräfte aus mehr als 20 Staaten im Einsatz, darunter auch Feuerwehrleute und das Technische Hilfswerk aus Deutschland. Zahlreiche Staaten haben Löschflugzeuge und -hubschrauber geschickt. So ist unter anderem seit Mittwoch eine Löschvariante des riesigen russischen Transportflugzeugs Iljuschin im Einsatz. Der Flieger kann bei einem einzelnen Einsatz rund 42 Tonnen Wasser über den Brandherden ablassen.

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