Europa

"Dramatischer" Kampf gegen Brände in Griechenland, Italien und der Türkei

In Griechenland brennt ein großer Teil der Insel Euböa, in Italien vor allem Kalabrien und Sizilien. In der Türkei sind auch am zwölften Tag die Waldbrände noch nicht unter Kontrolle. Internationale Hilfe aus vielen Ländern ist vor Ort. Deutschland entsendet Einsatzkräfte nach Griechenland.

Die Brände in Südeuropa dauern an: In Süditalien bedrohen Feuer zunehmend Landwirtschaft und Naturschutzgebiete. In der Türkei sind weiterhin Großbrände außer Kontrolle. In Griechenland steht ein großer Teil der Insel Euböa in Flammen, auch die Halbinsel Peloponnes ist stark betroffen. Überall kämpfen Rettungskräfte und Bürger bis zur Erschöpfung gegen das Inferno. Bei den Menschen machte sich Unmut über unzureichende Hilfen breit.

Auf Euböa (Griechenland) hat am Sonntag der verstärkte Einsatz von Löschflugzeugen begonnen, nachdem die Brände im Norden Athens vorerst nachgelassen hatten und die Flieger in der dicht besiedelten Region nicht mehr so dringend gebraucht wurden. Auf der Insel gibt es derzeit zwei gewaltige Feuerfronten. Allerdings wird die Arbeit der Rettungskräfte laut dem griechischen Zivilschutzchef Nikos Chardalias erschwert:

"Es gibt große Schwierigkeiten für die Löschflugzeuge, weil die Temperaturen extrem hoch sind und die Sicht sehr schlecht."

Aus Deutschland ist mittlerweile Hilfe nach Griechenland unterwegs – unter anderem 60 Einsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen, die am Sonntag mit 19 Fahrzeugen aus Bonn in die Waldbrandgebiete nahe Athen starteten und dort am Donnerstag erwartet werden. Auch Helfer der Katastrophenschutzorganisation @fire mit Sitz in Wallenhorst bei Osnabrück machten sich auf den Weg. Darüber hinaus sind in Griechenland unter anderem Rettungskräfte aus Frankreich, Ägypten, Polen, der Slowakei und Tschechien im Einsatz.

Die Türkei kämpft indessen schon den zwölften Tag in Folge gegen die schwersten Waldbrände seit mehr als zehn Jahren. Mindestens sechs Brände waren am Sonntag nach offiziellen Angaben noch nicht unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich vor allem auf die westtürkische Provinz Mugla. Dort erschwerten Winde die Löscharbeiten. Wegen des gebirgigen und abschüssigen Geländes können Fahrzeuge das stark bewaldete Gebiet vom Land aus schlecht erreichen. Löschflugzeuge und Helikopter warfen immer wieder Wasser ab. Unterstützung kam unter anderem aus Spanien, Russland, Polen und der Ukraine.

Der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour forderte wegen der Waldbrände auch für die Türkei deutsche Unterstützung. Nouripour äußerte gegenüber der dpa:

"Die Türkei braucht dringend jede denkbare Hilfe im Kampf gegen die Flammen. Dieser Hilfe dürfen politische Verwerfungen nicht im Wege stehen. Bei Naturkatastrophen darf es keine Hilfe nur für EU-Staaten geben. Ob Griechenland, Italien oder die Türkei: Alle betroffenen Staaten brauchen dringend unsere Solidarität."

Auch in Süditalien sind die Sorgen groß. "Ein weiteres Mal befinden sich die geschützten Naturareale im Klammergriff verheerender Brände", erklärte der Präsident des Verbands für Parks und Naturreservate Federparchi, Giampiero Sammuri. Betroffen seien der Nationalpark Aspromonte im süditalienischen Kalabrien und der Parco delle Madonie östlich der sizilianischen Hauptstadt Palermo. Federparchi forderte, das Überwachungs- und Brandschutzsystem zu verbessern.

Für die kommenden Tage ist in Italien erneut eine Hitzewelle angekündigt. Besonders heiß dürfte es am Dienstag und Mittwoch werden. Die Zivilschutzbehörde rechnet mit Werten bis zu 45 Grad Celsius auf den großen Ferieninseln Sizilien und Sardinien. Daher mahnt der Chef der Zivilschutzbehörde, Fabrizio Curcio:

"Die Temperaturen, die uns in den kommenden Tagen erwarten, erfordern höchste Aufmerksamkeit."

Laut Curcio ist es wichtig, jegliches Verhalten zu vermeiden, das Brände verursacht, und Feuer rechtzeitig zu melden, selbst wenn sie klein sind. Die vergangenen Tage im Kampf gegen die Brände bezeichnete Curcio als "herausfordernd" und "dramatisch".

Im Norden Siziliens waren am Sonntag Löschflugzeuge wegen Bränden im Madonie-Naturpark im Einsatz, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Demnach seien dort neue Feuer im Bereich um die Stadt San Mauro Castelverde in der Provinz um Palermo registriert worden. Auch in anderen Teilen der Provinz waren Feuerwehrleute Ansa zufolge gegen Brände im Einsatz und wurden aus der Luft unterstützt. Nahe der Adriaküste waren die Einsatzkräfte seit Samstag dabei, einen Brand in der Stadt Cesane – etwa 35 Kilometer nordwestlich vom Ferienort Rimini – zu löschen.

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(rt/dpa)

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