Europa

Großbritannien will Chinas Atomkonzern von Energieprojekten ausschließen

London sucht nach Wegen, um das chinesische staatliche Atomenergieunternehmen China General Nuclear von künftigen Energieprojekten in Großbritannien auszuschließen. Medienberichten zufolge wird sogar versucht, das Unternehmen aus laufenden Projekten zu drängen.
Großbritannien will Chinas Atomkonzern von Energieprojekten ausschließenQuelle: Reuters © Stefan Wermuth

Medienberichten zufolge prüft die britische Regierung Möglichkeiten, Chinas staatliches Atomenergieunternehmen von künftigen Energieprojekten in Großbritannien auszuschließen.

Der Schritt könnte dazu führen, dass China General Nuclear (CGN) aus einem französisch-chinesischen Konsortium aussortiert wird, welches den Bau des 20 Milliarden Pfund teuren Atomkraftwerks Sizewell C an der Küste von Suffolk und eines weiteren in Bradwell-on-Sea in Essex plant.

Sowohl Bloomberg als auch The Independent zufolge haben ungenannte Quellen einen kürzlich veröffentlichten Bericht der Financial Times bestätigt, der die Haltung der britischen Regierung zur Beteiligung Chinas an den Projekten erstmals beleuchtete.

Es bestehe nicht die geringste Chance, dass CGN Sizewell C bauen werde, behauptete eine von der Financial Times zitierte Quelle. Diese stellte fest, dass die britischen Behörden "angesichts der Haltung, die wir gegenüber Huawei eingenommen haben, nicht zulassen werden, dass ein chinesisches Unternehmen ein neues Kernkraftwerk baut".

Die Quelle enthüllte auch, dass die britischen Behörden bereits in Gesprächen mit dem französischen Staatsunternehmen Électricité de France S.A. (EDF) stehen würden, dem Hauptentwickler von Sizewell C, um über Optionen bei der Suche nach neuen Projektbeteiligten zu beraten. Auf eine Anfrage nach einem Kommentar über den Bericht reagierte CGN nicht; EDF lehnte eine Stellungnahme ab.

Großbritannien und China arbeiten seit einer Vereinbarung zwischen dem ehemaligen Premierminister David Cameron und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping aus dem Jahr 2015 bei Atomkraftprojekten zusammen. CGN ist durch Investitionen mit 33 Prozent an der im Bau befindlichen Atomanlage Hinkley Point C in Somerset beteiligt, einem der größten Infrastrukturprojekte Großbritanniens.

Unterdessen bezeichnete der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Zhao Lijian bei einer Pressekonferenz am Montag China und Großbritannien als "wichtige Handels- und Investitionspartner". Zhao hob hervor, dass das Vereinigte Königreich "ein offenes, faires und diskriminierungsfreies Geschäftsumfeld für chinesische Unternehmen bieten" sollte, da es im Interesse aller sei, "im Geiste gegenseitigen Nutzens" zu kooperieren.

Die britische Regierung hat sich in letzter Zeit zunehmend kritisch gegenüber Chinas Politik geäußert, insbesondere in Bezug auf die Haltung zu Hongkong, die angebliche Misshandlung der uigurischen Minderheit in Xinjiang und den Umgang mit dem ersten COVID-19-Ausbruch in der Provinz Wuhan. Premierminister Boris Johnsons Regierung blockierte die Teilnahme des chinesischen Technologiekonzerns Huawei am Aufbau des britischen 5G-Mobilfunknetzes, während Großbritanniens nationaler Sicherheitsberater eine Untersuchung der Übernahme des größten britischen Chipherstellers durch die chinesische Firma Nexperia NV anordnete.

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