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Britische Abgeordnete rufen zum Boykott der Olympischen Spiele in Peking auf

Wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Regierung gegen Muslime hat der Außenausschuss des Parlaments der britischen Regierung vorgeschlagen, eine Reihe von Maßnahmen zu ergreifen, darunter auch ein Sportboykott.
Britische Abgeordnete rufen zum Boykott der Olympischen Spiele in Peking aufQuelle: www.globallookpress.com © Peng Ziyang/XinHua

Einige britische Abgeordnete haben dazu aufgerufen, die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking wegen des angeblichen "Völkermordes" an den Uiguren in China zu boykottieren, wie aus einem Bericht des Auswärtigen Ausschusses des britischen Parlaments hervorgeht.

Der 39-seitige Bericht nennt eine Reihe von Maßnahmen, die die Regierung von Ministerpräsident Boris Johnson angesichts angeblicher chinesischer Menschenrechtsverletzungen gegen die uigurischen Muslime in der autonomen Provinz Xinjiang laut dem Ausschuss ergreifen sollte. 

Peking weist die Vorwürfe des Völkermordes und anderer angeblicher Menschenrechtsverletzungen gegenüber Muslimen in der Provinz Xinjiang als "Lügen und Desinformation" zurück.

Im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2022 fordert der Bericht die britische Regierung auf, britische Unternehmen vom Sponsoring oder der Werbung für die Olympischen Spiele abzuhalten. Das Thema soll am kommenden Donnerstag im Unterhaus diskutiert werden. Tom Tugendhat, der Vorsitzende des Ausschusses, erklärte:

"Die Beweise für schwere Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen das uigurische Volk sind bereits überwältigend und unbestreitbar, und das Parlament hat es als Völkermord bezeichnet. Dieser Bericht bringt die Konversation voran, weg von der Frage, ob Verbrechen stattfinden, und hin zu der Frage, was Großbritannien tun sollte, um sie zu beenden."

Die Erklärung kommt, nachdem Premierminister Johnson am Mittwoch deutlich gemacht hatte, dass er einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking nicht unterstützen würde. Er sagte, dass Großbritannien "die Welt angeführt hat, indem es Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang verurteilt und Sanktionen gegen die Verantwortlichen verhängt hat, indem es Unternehmen zur Rechenschaft gezogen hat, die Waren importieren, die mit Zwangsarbeit in Xinjiang hergestellt wurden".

Zu einem Sportboykott zeigte sich Johnson dagegen skeptisch:

"Ich werde den Vorschlag sicherlich in Betracht ziehen und darüber debattieren, aber ich muss sagen, dass ich instinktiv gegen einen Sportboykott bin und immer gewesen bin." 

Die britischen Labour-Abgeordneten Lisa Nandy und Jo Stevens forderten die Regierung auf, einen politischen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 zu unterstützen, falls China UN-Ermittlern keinen ungehinderten Zugang zur Provinz Xinjiang gewährt.

China hat wiederholt Vorwürfe seiner Menschenrechtsverletzungen gegen uigurische Muslime kritisiert und darauf bestanden, dass die sogenannten Umerziehungslager in Xinjiang Ausbildungszentren sind, die zur Bekämpfung des islamistischen Extremismus eingerichtet wurden.

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