Europa

"Ruhm den Helden": Umstrittener Slogan auf Ukraine-Trikots nun doch erlaubt

Der Fußballverband der Ukraine hat den Slogans "Ruhm der Ukraine! Ruhm den Helden!" einen offiziellen Status verliehen. Nach zähen Verhandlungen wurde auch mit der UEFA ein Kompromiss erzielt. Zuvor stufte der europäische Verband den Slogan als politisch ein.
"Ruhm den Helden": Umstrittener Slogan auf Ukraine-Trikots nun doch erlaubt© US-Botschaft in Kiew / @usdos.ukraine

Das Exekutivkomitee des ukrainischen Fußballverbandes (UAF) hat dem Schlachtruf "Ruhm der Ukraine! Ruhm den Helden!" einen offiziellen Status verliehen. Allerdings hat die Union der Europäischen Fußballverbände (UEFA) vor Kurzem gefordert, den Slogan zumindest teilweise von den Trikots der ukrainischen Fußballnationalmannschaft für die EURO 2020 zu entfernen, da dieser als politisch betrachtet werden könne. Vorher hatte Russland gegen Verwendung dieser Symbolik beim Sport protestiert.

Dessen ungeachtet beschloss das Exekutivkomitee der UAF am Freitag einstimmig, dass der Fußballverband das Recht hat, auf den Trikots der Nationalmannschaft den umstrittenen Slogan komplett sowie ein ukrainisches Wappen mit den Konturen des Territoriums inklusive der Halbinsel Krim zu verwenden. Direkt nach der UAF-Sitzung brach Verbandspräsident Andrei Pawelko in die Schweiz auf, um an den Verhandlungen mit der UEFA über einen möglichen Kompromiss teilzunehmen. Er betonte, dass die Ukraine alle Vorschriften der UEFA befolge.

Die Losung "Ruhm der Ukraine! Ruhm den Helden!" war im Zweiten Weltkrieg als Gruß der ukrainischen Nationalisten verwendet worden. Diese hatten mit den Truppen des Dritten Reiches kooperiert, für die sie vor allem die Funktion interner Truppen übernahmen, und dabei Massaker an Zivilisten verübt. In ihrer Form und Anwendungsweise ähnelt die Parole auch den faschistischen Grüßen jener Zeit. Während des Umsturzes auf dem Kiewer Maidan 2014 wurde der Slogan in der Ukraine wieder salonfähig. Er gilt nun als offizielle Begrüßung in der Armee und bei den nationalistischen Milizen. Kritiker der heutigen Verwendung des Slogans weisen darauf hin, dass die Pflege einer solch historisch belasteten Grußformel ein schreckliches Signal sei.

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UAF-Präsident Pawelko sieht in dem Slogan hingegen einen "einzigartigen nationalen Fußballcode", der die Ukrainer mit ihren Landsleuten in aller Welt vereinigt. Am Freitagabend teilte er auf seinem Facebook-Account mit, dass er mit der UEFA einen "siegreichen" Kompromiss erzielt habe. Der Slogan "Ruhm den Helden" darf nicht mehr alleinstehend, sondern im Zusammenhang mit dem Umriss der Ukraine auf der Innenseite des Trikots gezeigt werden.

"Ich glaube, dass es ein echtes Amulett für unsere Kinder wird. Dieses einzigartige Formdesign werden ausschließlich unsere Spieler bei der EURO 2020 haben. Ich hoffe, dass dieses mit dem nationalen Geist aufgeladene Maskottchen für die Blau-Gelben der Schlüssel zum tapferen Kampf auf dem Feld sein wird", schrieb er. 

Er räumte aber ein, dass die Verhandlungen mit der UEFA sehr "schwierig" waren. In einem weiteren Beitrag bedankte sich Pawelko bei der US-Botschaft in Kiew für ihre Unterstützung für das umstrittene Trikot der Nationalmannschaft. Am Freitag ließen sich diplomatische Mitarbeiter in ukrainischen Trikots abbilden. "Wir können den Anpfiff am Sonntag kaum noch erwarten – wir wissen nicht, wer gewinnen wird, aber das ukrainische Team wird großartig aussehen!"

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