Europa

EU einigt sich: Ab Juli soll das "digitale EU-COVID-19-Zertifikat" kommen

Das EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten haben sich auf die Einführung eines EU-weiten Corona-Impfnachweises geeinigt. Er soll Impfungen, Tests oder Genesungen aufzeigen. Damit soll innerhalb der EU das Reisen mit Beginn des Sommers erleichtert werden.
EU einigt sich: Ab Juli soll das "digitale EU-COVID-19-Zertifikat" kommenQuelle: www.globallookpress.com © www.imago-images.de

Dies sei ein wichtiger Schritt, um die "Freizügigkeit in der EU so sicher wie möglich wiederherzustellen" und gleichzeitig "Klarheit und Gewissheit für unsere Bürger zu schaffen", sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides zur Einigung des EU-Parlaments und der Mitgliedsstaaten auf die Einführung eines EU-weiten Impfzertifikats.

Es soll zeigen, ob Menschen gegen SARS-CoV-2 geimpft oder kürzlich negativ auf das Coronavirus getestet wurden, oder ob sie eine Infektion durchgestanden haben. Zudem wird das Dokument auch aufzeigen, welchen Impfstoff der Inhaber erhalten hat. Gültig soll es zwölf Monate sein. 

Mit Hilfe eines QR-Codes sollen die Informationen – der Name, das Geburtsdatum, das Impfdatum und der Aussteller des Zertifikats – in der ganzen EU fälschungssicher ausgelesen werden können. Der Datenschutz sei gewährleistet, heißt es. Es werden den Angaben zufolge keine persönlichen Daten auf Servern gespeichert, sondern nur auf dem eigenen Handy.

EU-Justiz- und Verbraucherkommissar Didier Reynders begrüßte den Kompromiss via Kurznachrichtendienst Twitter mit den Worten: 

"Weißer Rauch: Wir haben eine Einigung über den Vorschlag der Kommission zum digitalen EU-COVID-19-Zertifikat."

Der 1. Juli ist für die Einführung des digitalen Corona-Zertifikats angepeilt, doch ob das in allen Ländern, darunter Deutschland, tatsächlich klappt, ist noch offen. Zunächst soll es vom EU-Parlament am 7. Juni verabschiedet werden, danach sollen die Mitgliedsländer den Kompromiss entsprechend schnell bestätigen. 

Geplant sei, dass die Mitgliedsstaaten keine zusätzlichen Reisemaßnahmen wie Quarantäne verhängen, "es sei denn, sie sind notwendig und verhältnismäßig, um die öffentliche Gesundheit zu schützen", heißt es in dem Papier. Zudem sollen auch zusätzliche Tests schrittweise entfallen. Das Vorhaben soll vor allem dem Tourismus sowie der Wirtschaft zugute kommen.

Alle Mitgliedsstaaten müssen EU-zugelassene Impfstoffe akzeptieren, während es jeder Nation einzeln überlassen bleibt, ob sie auch die Einreise von Menschen erlaubt, denen Impfstoffe verabreicht wurden, die noch nicht von der EU-Arzneimittelbehörde zugelassen wurden. Darunter fallen etwa der russische Impfstoff Sputnik V oder der chinesische Sinopharm. 

Neben dem digitalen Nachweis auf dem Smartphone in einer sogenannten Wallet App – in Deutschland wird das unter anderem die Corona-Warn-App sein – kann man das Zertifikat auch in Papierform bekommen.

In Deutschland sollen die Dokumente laut Gesundheitsministerium nur von autorisierten Menschen in Impfzentren, Arztpraxen und Krankenhäusern ausgestellt werden. Wie bereits Geimpfte an einen Nachweis kommen, ist noch nicht abschließend geklärt. Das Gesundheitsministerium prüfe derzeit verschiedene Möglichkeiten, "um auch nachträglich digitale Impfnachweise zu erstellen". Seitens der Ministeriums hieß es gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass der digitale Impfnachweis lediglich ein "freiwilliges und ergänzendes Angebot" sein werde. Wer keinen digitalen Impfnachweis besitze, könne eine Immunisierung gegen SARS-CoV-2 weiterhin über den gelben Impfausweis nachweisen.

Einige Nicht-EU-Länder haben bereits ihre eigenen COVID-19-Reisedokumente auf den Markt gebracht, darunter Israel. Das Land hat einen "Grünen Corona-Pass" eingeführt, der seinen Bürgern den Besuch von Theatern, Sportveranstaltungen und Fitnessstudios ermöglicht. In England können Reisewillige inzwischen über eine App des staatlichen Gesundheitssystems National Health Service (NHS) nachweisen, dass sie beide Impfdosen erhalten haben.

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