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Europäische Arzneimittelagentur stuft AstraZeneca als "sicher und effektiv" ein

In den vergangenen Wochen tauchten immer wieder einzelne Berichte über Fälle von Blutgerinnsel nach Verabreichung des Corona-Impfstoffes der Firma AstraZeneca auf. Die Europäische Arzneimittel-Agentur betrachtet einen Zusammenhang aber als unwahrscheinlich.
Europäische Arzneimittelagentur stuft AstraZeneca als "sicher und effektiv" einQuelle: Reuters © Yves Herman

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den umstrittenen Corona-Impfstoff von AstraZeneca als "sicher und effektiv" eingestuft. Das gab die Exekutivdirektorin der Organisation, Emer Cooke, auf einer Pressekonferenz am Donnerstag bekannt.

Sie erklärte, dass der Expertenausschuss der EMA für die Sicherheit von Medizin zu einem Ergebnis bezüglich der Beurteilung von Berichten Fälle von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit dem Corona-Impfstoff AstraZeneca gekommen sei. Der Ausschuss habe ein "klares wissenschaftliches Urteil" gefällt. Demnach sei der Impfstoff "sicher und effektiv". Die Vorteile des Impfstoffes bei der Minimierung von Todesfällen und Krankenhausaufenthalten aufgrund der Krankheit COVID-19 überwögen mögliche Risiken.

Der Ausschuss sei auch zu dem Ergebnis gekommen, dass der Impfstoff nicht verbunden sei mit einer erhöhten Anfälligkeit für Blutgerinnsel. Während des Überprüfungsverfahrens sei die EMA auf eine "kleine Anzahl von Fällen" von "seltenen und ungewöhnlichen, aber sehr ernsten" Gerinnungsstörungen aufmerksam geworden. Dies habe eine Detailüberprüfung ausgelöst. 

Die EMA könne anhand der zur Verfügung stehenden Daten dennoch nicht eindeutig einen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und diesen Fällen ausschließen. Daher habe der Ausschuss empfohlen, das Bewusstsein bezüglich dieser möglichen Nebenwirkungen zu erhöhen und sicherzustellen, dass sie in der Produktinformation beinhaltet sind. Davon verspricht sich die Agentur, "mögliche Nebenwirkungen abzumildern".

Zudem erklärte die Leiterin der Organisation, dass weitere Untersuchungen eingeleitet worden seien, um mehr über diese "seltenen Fälle" herauszufinden. Man führe "gezielte Beobachtungsstudien" durch. Es sei weiterhin wichtig, alle möglichen Nebenwirkungen zu registrieren und zu melden.

Zum Schluss ihres Statements wiederholte sie, dass der Impfstoff von AstraZeneca eine "sichere und effektive Option" sei, um Bürger gegen COVID-19 zu schützen. Der Impfstoff habe in klinischen Studien eine Wirksamkeit von mindestens 60 Prozent bewiesen. Die realen Bedingungen legten nahe, dass die Effektivität des Impfstoffs sogar noch höher sein könnte.

Angesichts der Tatsache, dass "jeden Tag Tausende von Menschen in der EU sterben", sei es für die EMA wichtig gewesen, die Überprüfung schnell und gründlich durchzuführen.

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