Europa

Nach Tod einer Zehnjährigen bei TikTok-Challenge: App sperrt Nutzer unter 13 Jahren in Italien

Nach dem tragischen Tod eines zehnjährigen Mädchens aus Palermo bei einer TikTok-Challenge Ende Januar will der Kurzvideo-Dienst künftig mehr für den Schutz minderjähriger Nutzer tun. So sollen alle User unter 13 Jahren in Italien von der Plattform verbannt werden.
Nach Tod einer Zehnjährigen bei TikTok-Challenge: App sperrt Nutzer unter 13 Jahren in ItalienQuelle: AFP © Drew Angerer

Laut Berichten italienischer Medien soll sich das Mädchen im Rahmen einer sogenannten Blackout-Challenge beziehungsweise Hanging-Challenge zu Tode stranguliert haben. Daraufhin leiteten die italienischen Behörden eine Untersuchung ein, um die Nutzung von Social Media Plattformen durch Kinder zu überprüfen. Dabei hatte Italien bereits im Dezember noch vor dem tragischen Vorfall eine Anzeige gegen TikTok erstattet und dem Unternehmen eine "mangelnde Beachtung des Jugendschutzes" vorgeworfen. Ähnliche Kritik galt Facebook und Instagram.

Als Reaktion auf den Tod des Mädchens sperrten italienische Behörden vorübergehend den Zugang zu TikTok für Nutzer, die nicht nachweisen konnten, dass sie über 13 Jahre alt sind, wie es die Geschäftsbedingungen der App verlangt. Die italienische Datenschutzbehörde (GPDP) erteilte zugleich am 22. Januar eine entsprechende Dringlichkeitsanordnung an TikTok, der das Social Media Unternehmen nun nachgekommen ist.

In einer offiziellen Mitteilung der GPDP am Mittwoch hieß es, dass TikTok die Anweisungen ab dem 9. Februar umsetzen wird. Somit werden alle Nutzer in Italien gesperrt und aufgefordert, ihr Geburtsdatum erneut anzugeben, um die App weiter nutzen können. Die Konten von Nutzern unter 13 Jahren sollen gelöscht werden.

Damit entsprechende Nutzer mit hinreichender Sicherheit identifiziert und die Altersbegrenzung durch Angabe eines falschen Geburtsdatums nicht umgangen werden können, soll sich TikTok verpflichtet haben, bei der Altersverifizierung künstliche Intelligenz einzusetzen, hieß es in der Erklärung weiter. Bei den Beratungen zur Einführung solcher KI-Werkzeuge soll allerdings vereinbart werden, dass das Datenschutzrecht der Minderjährigen beachtet werden muss.

Außerdem hatte die App inzwischen zusätzlich zu den bereits bestehenden Maßnahmen einen speziellen Button eingeführt, über den Nutzer schnell und einfach andere User melden können, die aus ihrer Sicht jünger als 13 Jahre alt sein könnten. Die GPDP behält sich in ihrer Erklärung allerdings das Recht vor, die tatsächliche Wirksamkeit der von TikTok angekündigten Maßnahmen zu überprüfen.

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