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Wie Hunde: Konzern will zunächst in Frankreich Mitarbeiter-Halsbänder für Corona-Distanzschutz

Da bekommt die Liedzeile "And I've been working like a dog" der Beatles eine ganz neue Bedeutung: Ein schwedischer Konzern will seine französischen Mitarbeiter mit einem Band ausstatten, das bei zu viel Nähe zu einem anderen Mitarbeiter Alarm auslöst.
Wie Hunde: Konzern will zunächst in Frankreich Mitarbeiter-Halsbänder für Corona-DistanzschutzQuelle: Gettyimages.ru

Alarmiert ist vorerst jedoch nur die Gewerkschaft Confédération française démocratique du travail (CFDT), die gegen die geplante Maßnahme vorgehen will. Bei Essity handelt es sich um einen börsennotierten Hersteller von Hygienepapier. Der Hauptsitz des Konzerns befindet sich in Stockholm. In Deutschland befinden sich Werke von Essity Germany in Mannheim, Mainz-Kostheim, Neuss, Witzenhausen und in Ismaning, wo gleichzeitig der deutsche Hauptsitz der Gesellschaft ist.

Die Nachrichtenagentur AFP hatte am 13. Januar von den Plänen des Unternehmens für seine rund 2.500 französischen Angestellten berichtet. Die Gewerkschaft CFDT lehnt das Vorhaben allerdings empört ab. Das Halsband sei vergleichbar mit den Bändern, "die Hunde vom Bellen abhalten sollen", so die Gewerkschaft in einer Stellungnahme. Konkret hatte die Unternehmensleitung vorgeschlagen, Bänder einzusetzen, die bei zu geringer Nähe zu einem anderen Mitarbeiter Alarm auslösen. Dieses Band könne entweder um den Hals oder um die Taille getragen werden, wie auch die französische Tageszeitung Le Monde berichtete.

Nach Angaben der CFDT würden die Halsbänder einen Ton von 85 Dezibel abgeben, sobald die soziale Distanz nicht mehr eingehalten wird. "Es geht darum, die Mitarbeiter zu disziplinieren und zur Ordnung zu rufen", prangerte die CFDT-Gewerkschaftsdelegierte Christine Duguet an, die gleichzeitig betonte, dass es keine Kontamination zwischen den Mitarbeitern bei Essity gegeben habe.

Die Gewerkschaft spricht auch von einem "Angriff auf individuelle Freiheiten", den die Mitarbeiter nicht akzeptieren würden. "[Diese Bänder] werden in den Mülltonnen landen oder in den Schließfächern bleiben, das ist Unsinn", warnte Duguet. Die Geschäftsleitung verteidigte das Vorhaben. Man wolle die "Sicherheit der Mitarbeiter stärken".

"Dieses Gerät enthält kein Geolokalisierungssystem und ist nicht mit persönlichen Daten verknüpft", so Essity. Es sei zudem in den Sanitäranlagen, im Betriebsrestaurant oder in der Krankenstation inaktiv. Es könne dabei helfen, schneller zu reagieren. Man plane das Utensil an mehreren europäischen Standorten des Konzerns einzuführen. Nächste Woche soll ein Sozial- und Wirtschaftsausschuss (CSE) tagen, bei dem die Geschäftsführung ihr Projekt spezifizieren muss, erklärte CFDT.

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