Europa

Keine Maske, kein Geld? Britische Bank HSBC droht Kunden ohne Mundschutz mit Kontensperrung

Die britische Großbank HSBC fordert ihre Kunden auf, die Corona-Auflagen zu befolgen. Andernfalls behält sich das Geldinstitut das Recht vor, den Maskenverweigerern keine Finanzdienstleistungen zu erweisen. Außerdem können solche Kunden sogar ihre Konten ganz verlieren.
Keine Maske, kein Geld? Britische Bank HSBC droht Kunden ohne Mundschutz mit KontensperrungQuelle: Reuters © Gonzalo Fuentes

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie in Großbritannien hat die HSBC als eine der weltweit größten Kreditanstalten am Dienstag scharfe Maßnahmen gegen jene ihrer Kunden angekündigt, welche die im Land geltenden Corona-Auflagen verletzen und die Bankfilialen zum Beispiel ohne Mundschutz betreten. Wie die HSBC erklärte, behalte sich die Bank in diesem Fall das Recht vor, den Regelverweigerern finanzielle Dienstleistungen zu verwehren. Betreffende Kunden könnten sogar ihre Konten einbüßen.

Jackie Uhi, Leiterin des Filialnetzes von HSBC in Großbritannien, begründete am Dienstag die Maßnahmen mit der Sorge um die Gesundheit der Mitarbeiter und der anderen Kunden. Ihr zufolge stellten Besucher ohne Maske ein Ansteckungsrisiko für das Umfeld dar:

"Leider versäumen einige Menschen es, sich selbst, unsere Kollegen in den Filialen und andere Kunden zu schützen, indem sie sich weigern, in unseren Filialen Mundschutz zu tragen oder sozialen Abstand zu halten. Unsere Kollegen verdienen Respekt und sollten nicht mit gewalttätigem oder beleidigendem Verhalten konfrontiert werden."

Die meisten Konkurrenten von HSBC in der Bankenbranche, darunter Santander, Lloyds und NatWest, warnten daraufhin am Mittwoch ebenfalls ihre eigene Kundschaft vor ähnlichen Konsequenzen, sollten die Besucher diese Bankfilialen ohne Maske betreten. Allerdings bekräftigte nur Barclays ausdrücklich sein Recht, Kunden deren Konten zu schließen, wenn sie sich gegenüber den Bankmitarbeitern "aggressiv" verhalten sollten.

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Solche Maßregelungen seitens der Geldhäuser stießen in der Öffentlichkeit auf Kritik. Auch in den sozialen Netzwerken waren die Meinungen zu diesem Thema gespalten. Viele Twitter-Nutzer waren über die Tatsache beunruhigt, dass eine Bank ihren Kunden damit drohe, ihr Geld wegen der Maskenverweigerung zu sperren. Einige vergleichen diese Situation sogar mit einem dunklen autoritären dystopischen Fantasy-Film.

Andere merkten an, dass sie genau diese Entwicklung der Ereignisse hätten kommen sehen. Sie wären aber ausgelacht und als "Verschwörungstheoretiker" abgestempelt worden.

Wiederum andere Twitter-Nutzer wiesen sogar darauf hin, dass HSBC – selbst als Institution zuvor mit Vorwürfen wegen unrechtmäßiger Gewinne und Geldwäsche sowie mit Strafzahlungen konfrontiert – keinerlei moralische Grundlage habe, Kunden ohne Mundschutz derart zu sanktionieren. Demnach sollte die Bank erst einmal aufhören, mexikanischen Kartellen bei der Geldwäsche zu helfen.

Unter den Nutzern gab es aber auch diejenigen, die behaupteten, dass es kein Problem gebe, sich eine Gesichtsmaske anzulegen, um sich und andere zu schützen.

Die Aufforderung der Banken an ihre Kunden, die Corona-Auflagen zu befolgen, und die angedrohten Konsequenzen für die Verweigerer kommen zu einer Zeit, nachdem in England Anfang dieses Monats wegen eines starken Anstieges der COVID-19-Fälle und im Zusammenhang mit einem neuen, sich schnell ausbreitenden SARS-CoV-2-Stamm ein dritter nationaler Lockdown verhängt wurde. Das Tragen von Mund-Nasen-Masken ist derzeit an öffentlichen Orten in England obligatorisch.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurden in Großbritannien bislang insgesamt 3.211.576 Fälle einer Infektion registriert. 84.767 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Erkrankung an COVID-19. Pro 100.000 Einwohner zählte Großbritannien in der vergangenen Woche mehr als 600 Neuinfektionen, sogar weit über 1.000 lag diese Kennziffer in einigen Stadtteilen Londons.

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