Europa

Boris Johnson: Corona-Leugner sollen "erwachsen werden" – Einreise nur mit negativem Corona-Test

Ab der kommenden Woche ist für Einreisen nach Großbritannien ein negativer Corona-Test vorgeschrieben, die Selbstisolation bleibt weiter notwendig. Laut Verkehrsexperten wird die Umsetzung schwierig. Premier Boris Johnson teilt derweil gegen Corona-Skeptiker aus.
Boris Johnson: Corona-Leugner sollen "erwachsen werden" – Einreise nur mit negativem Corona-TestQuelle: www.globallookpress.com © Alex Lentati/Keystone Press Agency/ Global Look Press

Für Einreisen nach England ist von kommender Woche an ein negativer Corona-Test vorgeschrieben. Alle Reisenden, die mit dem Flugzeug, Zug oder Schiff eintreffen, müssen einen entsprechenden Nachweis vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, wie der britische Verkehrsminister Grant Shapps in der Nacht zum Freitag mitteilte. Mit der Maßnahme soll die Verbreitung neuer Coronavirus-Varianten unterbunden werden.

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Wer keinen Test nachweisen kann, muss auf der Stelle 500 Pfund (gut 550 Euro) Strafe zahlen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Lastwagenfahrer, Kinder unter elf Jahren und Einreisende aus Irland. Die Ankündigung betrifft nur England, aber ähnliche Maßnahmen für die anderen Landesteile Wales, Schottland und Nordirland sollen folgen.

"Wir haben bereits bedeutende Maßnahmen getroffen, um importierte Fälle von COVID-19 zu verhindern, aber angesichts der internationalen Verbreitung neuer Virusstämme müssen wir weitere Vorsichtsmaßnahmen treffen", sagte Shapps. Tests vor der Abreise seien eine weitere Abwehrmaßnahme, zusätzlich zur verpflichtenden Selbstisolation nach der Einreise aus einem anderen Land.

Der Chef des größten Londoner Flughafens Heathrow bezeichnete die Maßnahme in einem BBC-Interview als "echte Herausforderung" für Reisende. Die Testkapazitäten seien von Land zu Land sehr unterschiedlich, sagte John Holland-Kaye und rief die britische Regierung auf, sich für gemeinsame internationale Standards beim Testen einzusetzen. Ryan-Air-Chef Michael O'Leary beklagte, dass das Land auf diese Weise effektiv abgeschottet werde und sagte, die richtige Lösung seien Impfungen, nicht künstliche Reisebeschränkungen.

Wegen des Lockdowns in Großbritannien gibt es derzeit ohnehin nur wenig internationalen Reiseverkehr. Viele andere Länder verlangen bereits seit längerem einen negativen Corona-Test als Voraussetzung für eine Einreise.

Für Flüge aus Irland verlangt Deutschland wegen der neuen Virusvariante seit Freitag ebenfalls einen negativen Corona-Test. Außerdem wurde das gesamte Land als Risikogebiet eingestuft.

Der Londoner Bürgermeister, Sadiq Khan, hat einen "major incident", also einen Notstand, ausgerufen, da die COVID-19-Fälle das Gesundheitssystem zu überfordern drohen. Laut Khan sei die Bedrohung durch das Virus an einen Krisenpunkt angelangt.

Premierminister Boris Johnson wurde von mehreren Medien zitiert, Corona-Leugner sollten "erwachsen werden". Er steht in der Kritik, nachdem er am Wochenende behauptet hatte, dass Schulen sicher seien, obwohl der wissenschaftliche Beirat der britischen Regierung dringend davon abriet. Nachdem Millionen von Kindern in ganz England am Montag in die Busse gestiegen und nach den Weihnachtsferien zurück zu ihrem ersten Schultag in die Grundschulen gefahren waren, machte die Regierung doch eine Kehrtwende und riet vom Schulbesuch ab. LautTES, einer Publikation von und für Bildungsexperten, soll die COVID-19-Rate unter dem Lehrpersonal in einigen Gemeinden auf über 300 Prozent des Durchschnitts angestiegen sein. Am Donnerstag wurden 1.162 Tote innerhalb von 28 Tagen nach einem positiven Test gemeldet. Johnson hat versprochen, dass bis Mitte Januar hunderttausende COVID-19-Impfungen stattfinden sollen. Zu Beginn des Jahres musste das Gesundheitssystem National Health Service (NHS) auf Notfallkrankenhäuser, die zu Beginn der Pandemie gebaut worden waren, zurückgreifen, und das Royal College of Nursing warnte, dass das Land nicht genug Pflegepersonal habe, um die neuen Standorte zu besetzen.

Verkehrsminister Shapps erklärte, die britische Regierung lege großen Wert auf die Negativ-Tests, weil unter Wissenschaftlern große Sorge wegen einer neuen Virusvariante in Südafrika vorherrsche, von der unklar sei, ob die Impfungen gegen diese wirkten.

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