Europa

Italien: Familien der Corona-Opfer klagen Behörden an und fordern 100 Millionen Euro Schadensersatz

Rund 500 Angehörige von Menschen, die in Italien an COVID-19 gestorben sind, erklärten am Mittwoch, dass sie Klagen gegen Behörden einreichen und 100 Millionen Euro Schadensersatz fordern. Die Behörden seien im Kampf gegen die Pandemie gescheitert, so die Kläger.
Italien: Familien der Corona-Opfer klagen Behörden an und fordern 100 Millionen Euro SchadensersatzQuelle: www.globallookpress.com © Claudio Furlan

Die Zivilklage, die die Kläger in den nächsten Stunden bei einem Gericht in Rom einreichen wollen, richtet sich gegen Premierminister Giuseppe Conte, Gesundheitsminister Roberto Speranza und den Gouverneur der Region Lombardei im Norden Italiens, Attilio Fontana, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die Sprecher aller drei Politiker ließen eine Bitte um Stellungnahme unbeantwortet.

Die Klage wird von Mitgliedern eines Komitees namens "Noi Denunceremo" (zu Deutsch "Wir prangern an") eingereicht, das im April gegründet wurde, um die Angehörigen von Menschen zu vertreten, die in Bergamo, einer der am schwersten betroffenen Städte der Lombardei, gestorben sind.

Dem Komitee zufolge hatten die lokalen Behörden und die Zentralregierung es versäumt, nach dem Ausbruch der Pandemie in der Lombardei schnelle Maßnahmen zu ergreifen. Dadurch hätte man die nationale Abriegelung und den damit verbundenen wirtschaftlichen Schaden vermeiden können. Das Komitee beklagt auch einen angeblichen Mangel an Bereitschaft, da weder Rom noch die Region Lombardei einen aktualisierten Plan für den Umgang mit einer möglichen Pandemie gehabt hätten.

Die Behörden werden aufgerufen, eine durchschnittliche Entschädigung von 259.000 Euro pro Person auszuzahlen, was insgesamt rund 100 Millionen Euro ausmacht, so die Erklärung des Komitees.

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