Europa

Russland: Google Maps entfernt Empfehlung für "Straße der Knochen" nach tragischem Unglück

Nachdem ein russischer Teenager auf dem Weg von Jakutsk nach Magadan in seinem Auto erfroren ist, entfernt Google Maps die berüchtigte Fernstraße R504 Kolyma als Empfehlung aus ihrem Online-Kartendienst. Die als "Straße der Knochen" bekannte Route erreicht nachts Temperaturen von bis zu -50 °C.
Russland: Google Maps entfernt Empfehlung für "Straße der Knochen" nach tragischem UnglückQuelle: RT © ykt.sledcom.ru

Nach einer einwöchigen Suche wurde die Leiche eines 18-jährigen Jugendlichen aus einem schneebedeckten Auto nahe Oimjakon, der kältesten dauerhaft bewohnten Siedlung der Welt, geborgen. Auf wundersame Weise überlebte sein Begleiter, der nun in einem örtlichen Krankenhaus behandelt wird und sich nach wie vor in einem kritischen Zustand befindet. Ein regionaler Untersuchungsausschuss bestätigte, dass auf der Fernstraße R504 Kolyma die Temperatur nachts auf bis zu -50 °C abfalle. 

Der im Volksmund als "Straße der Knochen" bekannten Route sind aufgrund harscher Wetterbedingungen beim Bau, der durch Stalin angeordnet wurde, hunderttausende Gulag-Zwangsarbeiter zum Opfer gefallen. Der Online-Kartendienst Google Maps hatte den beiden Fahrern beim Aufbruch aus Jakutsk empfohlen, ebendiese Straße zu nehmen. Obwohl es rein technisch die direkteste Route zwischen den beiden Städten ist, wird insbesondere im Winter aufgrund fehlender Straßendienste, keiner Schneereinigung und des praktisch nicht vorhandenen Verkehrs vom Befahren deutlich abgeraten. 

In Russland ist die Navigationssoftware von Google weniger beliebt als die in Moskau ansässigen Dienste Yandex Maps und Navigator, mit denen monatlich rund 50 Millionen Nutzer in beiden Apps vertreten sind. Viele glauben, dass sie weitaus besseres lokales Wissen über die Navigation durch Russland bieten als der US-amerikanische Technologieriese. Russische Twitter-Nutzer sagten, dass dieser Vorfall ein weiterer Beweis dafür sei, warum Fahrer "nur Yandex-Karten in Russland verwenden sollten". 

Google rät Autofahrern nun, ihre Reise um drei Stunden zu verlängern, indem sie eine andere Route zwischen den russischen fernöstlichen Städten nehmen. 

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