Europa

Skandal im Brüsseler Lockdown: Ungarischer EU-Politiker bei illegaler Sex-Party ertappt

Belgien befindet sich im Lockdown. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der verordneten Corona-Maßnahmen. Nun traf sie in einer Wohnung in der Brüsseler Innenstadt rund 20 Männer an. Der Vorfall entwickelte sich inzwischen zum Skandal. Ein ungarischer EU-Politiker trat zurück.
Skandal im Brüsseler Lockdown: Ungarischer EU-Politiker bei illegaler Sex-Party ertapptQuelle: Reuters © Bernadett Szabo

Ausgerechnet ein Politiker der rechten Fidesz-Partei des ungarischen Premierministers Viktor Orbán steht im Mittelpunkt einer pikanten Affäre in Brüssel. Der ungarische EU-Abgeordnete József Szájer wurde mitten im Corona-Lockdown in der belgischen Hauptstadt bei einer illegalen Party ertappt. Auch zwei Diplomaten bisher nicht genannter Länder sollen teilgenommen haben. Inzwischen legte der 59-jährige Jurist sein Mandat nieder und entschuldigte sich für sein Verhalten. "Ich war anwesend", schrieb Szájer in einer Stellungnahme vom Dienstag.

Nach Angaben der Brüsseler Staatsanwaltschaft habe die Polizei am Freitagabend gegen 21 Uhr in einer Wohnung in der Rue des Pierres in der Innenstadt rund 20 Menschen angetroffen. Zum Polizeieinsatz kam es demnach, weil sich Nachbarn über Lärm und mögliche Verstöße gegen Corona-Auflagen beschwert hätten. Laut Berichten belgischer Medien handelte es sich um eine Sex-Party. Die meisten Teilnehmer sollen Männer gewesen sein. Als die Polizei die Wohnung stürmte, sollen einige nackt gewesen sein. Die Wohnung soll nach Medienberichten zu einer darunterliegenden Bar gehören, die als bekannter Schwulen-Treffpunkt gelte.

Der Staatsanwaltschaft zufolge wiesen sich zwei Angetroffene als Diplomaten aus. Szájer soll laut Medienberichten beim Eintreffen der Polizei noch versucht haben, aus einem Fenster im ersten Stock zu fliehen. Ein Zeuge habe einen Mann dabei beobachtet, wie er versucht habe, über die Regenrinne zu fliehen, hieß es. Die Polizei griff den Mann demnach auf, seine Hände sollen blutig gewesen sein. Laut Staatsanwaltschaft stammten die Verletzungen möglicherweise von dem Fluchtversuch.

Im Rucksack des Flüchtenden seien Drogen gefunden worden, hieß es weiter. Er wurde demnach nach Hause eskortiert, wo er ebenfalls einen Diplomatenpass vorgezeigt habe. Die Staatsanwaltschaft nannte die Initialen "S. J." und das Geburtsjahr 1961, was nahelegt, dass es sich um József Szájer handelt.

Der ungarische EU-Politiker hatte bereits am Sonntag überraschend sein Mandat niedergelegt. Seinen Schritt begründete er zunächst mit einer zunehmenden seelischen Belastung durch die Tagespolitik. Am Dienstag gestand er dann seine Teilnahme an der illegalen Party. Drogen habe er nicht genommen. Ecstasy-Tabletten, die man bei ihm fand, seien nicht seine gewesen, hieß es in einer Stellungnahme. Er bedaure, dass er die Regeln des im Zuge der Corona-Krise veranlassten Versammlungsverbotes verletzt habe, und akzeptiere die Sanktionen deswegen. 

Der Staatsanwaltschaft zufolge werde allen Anwesenden der Verstoß gegen Corona-Auflagen zur Last gelegt. Demnach drohen den Teilnehmern der Party je 250 Euro und den Veranstaltern bis zu 750 Euro Strafe. Gegen Szájer soll zusätzlich wegen Drogenbesitzes ermittelt werden, jedoch erst nach Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität. Der EU-Politiker entschuldigte sich bei seiner Familie, Kollegen und Wählern.

Szájer ist Mitglied der Fidesz-Partei und stammt aus Sopron, einer Kleinstadt an der Grenze zu Österreich. Er war zuletzt Leiter der Delegation in der Fraktion der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP), der auch CDU und CSU angehören. Er ist verheiratet und Vater einer Tochter. Seine Frau ist eine prominente Juristin und derzeit Richterin am Verfassungsgericht.

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