Nahost

Artikel über Israels Lieferung von Waffen an Islamisten in Syrien fällt IDF-Zensur zum Opfer

Die Jerusalem Post hat einen Bericht veröffentlicht, in dem sie behauptet, dass die Israelische Armee (IDF) bestätigt habe, islamistische Rebellen in Syrien mit Waffen beliefert zu haben. Der Artikel wurde jedoch einige Stunden nach der Veröffentlichung ohne Erklärung wieder gelöscht.
Artikel über Israels Lieferung von Waffen an Islamisten in Syrien fällt IDF-Zensur zum Opfer© Jerusalem Post

In einem Artikel mit dem Titel "IDF bestätigt: Israel stellte den syrischen Rebellen leichte Waffen zur Verfügung" behauptete die Jerusalem Post, dass das israelische Militär zum ersten Mal zugab, dass es den Kämpfern, die in der Nähe der Grenze zu Israel operierten, Geld, Waffen und Munition zur Verfügung gestellt habe.

Der Artikel wurde kurz nach seiner Veröffentlichung wieder entfernt, doch eine Version des Berichts kann immer noch über den Google-Cache gelesen werden. Die Israelische Armee teilte RT mit, dass sie sich zu der Geschichte nicht äußern werde. Die Jerusalem Post gab RT diesbezüglich jedoch ein Statement ab. David Brinn, der leitende Redakteur der Zeitung erklärte:

Wir erhielten von der militärischen Zensur der Armee die Anweisung, diesen Teil der Geschichte zu entfernen.

Und fügte hinzu, dass die Geschichte "offenbar aus Sicherheitsgründen" entfernt werden musste.

Laut dem Medienbericht war die tödliche Hilfe anscheinend Teil der Operation Good Neighbor, die bisher als humanitäres Hilfsprogramm angekündigt wurde. Gemäß der im Jahr 2016 vom israelischen Militär gestarteten Operation sollen den Bewohnern der syrischen Golanhöhen große Mengen an Nahrungsmitteln, Kleidung, Treibstoff und medizinischen Hilfsgütern zur Verfügung gestellt worden sein. Die Operation wurde im Juli eingestellt, nachdem die syrische Armee das Gebiet wieder zurückeroberte.

Es besteht jedoch seit Langem der Verdacht, dass Israel auch islamistische Gruppen, die in der umstrittenen Grenzregion operieren, mit Waffen beliefert, in der Hoffnung, eine "Pufferzone" gegen die Hisbollah und die in Südsyrien operierenden iranischen Streitkräfte zu schaffen. Damaskus behauptete bereits früher, dass Waffen, mit denen islamistische Gruppen in den Golanhöhen ausgerüstet waren und gefangen genommen wurden, hebräische Inschriften enthielten.

Hinweise über israelische Unterstützung von syrischen Rebellen im letzten Jahr

Letztes Jahr berichtete das Wall Street Journal, dass Israel "regelmäßig" syrische Rebellen mit Bargeld versorgte, um ihnen dabei zu helfen, "Gehälter auszuzahlen sowie Munition und Waffen zu kaufen". Das israelische Militär lehnte es ab, die Behauptungen des Berichts zu bestätigen, und merkte nur an, dass Israel sich verpflichtet sah, "den in der Region lebenden Syrern humanitäre Hilfe zu leisten".

Eine von mindestens sieben Gruppen, von denen man annimmt, dass sie Waffen aus Israel erhalten haben sollen, Fursan al-Joulan (zu Deutsch: Ritter von Golan), soll an der israelisch geführten Operation zur Evakuierung Hunderter von Mitgliedern der umstrittenen Weißhelme aus Syrien teilgenommen haben. Es wird auch davon ausgegangen, dass die Gruppe von Israel mehr als 5.000 US-Dollar pro Monat erhalten habe.

Der gelöschte Artikel der Jerusalem Post folgt einer weiteren großen Offenbarung: Am Montag teilte die IDF mit, dass Israel in den letzten anderthalb Jahren mehr als 200 Schläge auf syrischem Territorium durchgeführt habe.

Das israelische Militär lehnt es in der Regel ab, sich zu den Israel zugeschriebenen Raketenangriffen zu äußern, obwohl Tel Aviv wiederholt betonte, dass es das Recht habe, die Hisbollah und iranische militärische Ziele innerhalb Syriens anzugreifen. Damaskus beschuldigte Israel wiederholt, die Hisbollah als Vorwand für einen Angriff auf syrische militärische Formationen und Einrichtungen genutzt sowie den IS und andere Terrororganisationen direkt unterstützt zu haben.

Sehr geehrte RT DE-Leser,

wir sind auf einen neuen Dienst für die Kommentarfunktion umgestiegen.

Da wir die Privatsphäre unserer Leser respektieren und Ihre Daten nicht an eine Drittplattform übermitteln werden, müssen Sie sich erneut registrieren. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeit und hoffen, dass sie sich weiterhin mittels der Kommentarfunktion über aktuelle Themen austauschen und informieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre RT DE-Redaktion