Nahost

Welle von Hackerangriffen gegen Israel: Cyberkrieg zwischen Israel und Iran verschärft sich

Israel und Iran liefern sich in letzter Zeit einen immer weiter eskalierenden Cyberkrieg. Eine Reihe iranischer Hackergruppen stellte kürzlich vertrauliche Daten von israelischen Sicherheitsbeamten ins Netz. Die sogenannte "Black Shadow"-Hackergruppe, die vermutlich Verbindungen zu Iran hat, veröffentlichte kürzlich einen Teil der erbeuteten persönlichen Daten von Nutzern der LGBTQ-Datingseite Atraf in Israel.
Welle von Hackerangriffen gegen Israel: Cyberkrieg zwischen Israel und Iran verschärft sichQuelle: AFP © Joel Saget

Die Hackergruppe, die als "Gerechtigkeit für Palästina" bekannt ist, hat Mitte Oktober begonnen, die vertraulichen Daten einer Reihe von Beamten des Mossad, der IDF und des Schin Bet an die Öffentlichkeit durchzustechen, berichtete die Jerusalem Post. Die sogenannten Anti-Israel-Aktivisten teilten mit, die internen Daten hochrangiger israelischer Beamter auf einem persischsprachigen Telegram-Kanal im vergangenen Monat veröffentlicht zu haben. Die Gruppe soll private Telefonnummer, Adressen, ID-Nummern und Fotos einer Reihe von israelischen Sicherheitsbeamten ins Netz gestellt haben. 

Die Gruppe zielt nach eigenen Angaben darauf ab, die von ihr erbeuteten Informationen an Menschenrechtsgruppen auf der ganzen Welt durchzustechen, um israelische Sicherheitsbeamte wegen der Unterdrückung von Palästinensern vor internationale Gerichte zu stellen.

Am 17. Oktober wurden interne Informationen des neuen Schin Bet-Chefs Ronen Bar durch diese Hackergruppe ins Netz gestellt. Zu den durchgesickerten Informationen über Bar gehörten ID-Nummern, Geburtsdaten und Fotos seiner Familie, seine Privatadresse und Telefonnummer.

Die Hackergruppe Gerechtigkeit für Palästina ließ auch ähnliche vertrauliche Daten über den amtierenden Mossad-Chef David Barnea, den ehemaligen Mossad-Chef Yossi Cohen, den IDF-Stabschef Aviv Kohavi, den Leiter des Militärgeheimdienstes der IDF Aharon Haliva und den Kommandeur der israelischen Luftwaffe Amikam Norkin an die Öffentlichkeit durchsickern.

Es bleibe unklar, wie die Gruppe an die Daten gelangt ist und ob alle von der Gruppe veröffentlichten Informationen authentisch sind, vermeldete die israelische Zeitung JPost. Es wird spekuliert, dass diese Hackergruppe in Iran sitzt, da deren Nachrichten auf einem persischsprachigen Telegram-Kanal veröffentlicht wurden. 

Diese Cyberattacke ist die jüngste in einer langen Reihe von Hackerangriffen auf Israel in den vergangenen Monaten. Eine Hackergruppe namens "Moses Staff" gab kürzlich in ihrem Untergrund-Blog bekannt, einen erfolgreichen Hackerangriff gegen Verteidigungsminister Benny Gantz und das Verteidigungsministerium Israels durchgeführt zu haben. Der Blog von Moses Staff behauptet, die Gruppe habe über 165 Server und 254 Webseiten gehackt und über 11 Terabyte an Daten zusammengestellt. Darunter Informationen über Israels Post, das Verteidigungsministerium, Dateien im Zusammenhang mit Verteidigungsminister Benny Gantz sowie den Firmen Electron Csillag und Epsilor.

Die sogenannte "Black Shadow"-Hackergruppe, die vermutlich Verbindungen zu Iran hat, veröffentlichte kürzlich einen Teil der erbeuteten persönlichen Daten von Nutzern der LGBTQ-Datingseite Atraf in Israel. Atraf wird von der LGBT-Gemeinschaft in der Region Tel Aviv häufig genutzt, um Kontakte zu knüpfen. Die Nutzer sind nun besorgt, dass die von Black Shadow durchgesickerten Daten Israelis "outen" könnten, die sich im Familien- und Freundeskreis noch nicht offenbart haben.

Vor einigen Tagen kam es in Iran zu einem groß angelegten Cyberangriff, bei dem zahlreiche Tankstellen im ganzen Land lahmgelegt wurden. Iran bestätigte später den Cyberangriff auf das landesweite Zahlungssystem in Tankstellen. In den sozialen Medien wurde über einen Cyberangriff Israels spekuliert. Das iranische Staatsfernsehen berichtete seinerzeit, das Ölministerium habe ein Krisentreffen einberufen. 

Der Konflikt zwischen Israel und Iran hat sich in letzter Zeit im Cyberbereich verschärft. Beide Seiten liefern sich dabei ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem jede Seite versucht, die andere lahmzulegen. Nachdem die USA und Israel 2007 mit dem hochkomplexen Schädling Stuxnet die iranische Nuklearindustrie teilweise sabotiert hatten, steckte Iran viel Energie in die eigenen Fähigkeiten zum digitalen Angriff.

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