Nahost

Cyberangriff: Tankstellenversorgung in Iran unterbrochen

In Iran gibt es aufgrund einer mutmaßlichen Cyberattacke massive Probleme beim Benzinverkauf. Seit den Morgenstunden funktioniert die Subventionskarte nicht mehr, mit der die meisten Iraner bestimme Mengen Benzin zum günstigen Preis kaufen. Mittlerweile seien einige Tankstellen wieder in Betrieb genommen worden.
Cyberangriff: Tankstellenversorgung in Iran unterbrochenQuelle: AFP © Atta Kenare

Ein mutmaßlicher Cyberangriff legte das Bezahlsystem an allen iranischen Tankstellen lahm, berichtet Euronews. Daraufhin sollen sich vielerorts lange Schlangen vor Tankstellen gebildet haben. Iran bestätigte mittlerweile den Cyberangriff auf das landesweite Zahlungssystem in Tankstellen. Der staatliche Sender IRIB berief sich dabei am Dienstag auf Quellen im Sicherheitsrat des Landes. Bislang bekannte sich niemand zu der Attacke.

Der Tankstellenverband in Teheran sprach zunächst von einem "technischen Defekt", der das Bezahlsystem in Tankstellen landesweit lahmgelegt hatte. "Am Vormittag erhielten wir die Nachricht, dass aufgrund eines Softwaredefekts das Tanken mit der Subventionskarte in vielen Tankstellen landesweit nicht mehr möglich ist", teilte ein Sprecher des Tankstellenverbands laut Nachrichtenagentur ISNA mit. Nicht subventioniertes Benzin kann man demnach weiter kaufen, aber viele Menschen in dem Land sind angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage aufgrund der US-Sanktionen auf den vergünstigten Kraftstoff angewiesen.

Ali Forusandeh, ein Sprecher des iranischen Erdölministeriums, sagte, der Benzinversorgung sei aufgrund einer Störung der Zapfsäulen, die die Chipkarten zum Kauf von subventionierten Kraftstoff lesen, unterbrochen worden, berichtet Press TV.

Die funktionsuntüchtigen Zapfsäulen bei Tankstellen sollen zudem statt einer Servicenummer die Telefonnummer des Informationsbüros des religiösen Führers Irans Ali Chamenei gezeigt haben. Die Verwendung dieser Nummer in der Fehlermeldung an den gehackten Tankstellen weist demnach auf eine Hackergruppe, die sich nach dem hinduistischen Kriegsgott "Indra" nennt, meldet AP.

In sozialen Medien wurde über einen Cyberangriff Israels spekuliert. Das iranische Staatsfernsehen berichtete, das Ölministerium habe ein Krisentreffen einberufen. Iranische Medien berichten mittlerweile, dass einige Tankstellen wieder damit begonnen hätten, Benzin subventioniert zu verkaufen.

Der Vorsitzende des Energieausschusses des iranischen Parlaments, Fereydoun Hassanvand, wies auch Berichte als "bloße Lüge" zurück, dass eine mögliche Erhöhung des Kraftstoffpreises die Störung bei Tankstellen verursacht habe.

Iran nutzt seit November 2019, als die Regierung seinerzeit eine Reihe von Preiserhöhungen für Benzin und Diesel anordnete, ein Online-System zur Rationierung subventionierter Kraftstoffe.

Iran und Israel befinden sich in einem Cyberkrieg, der sich in den vergangenen Jahren immer mehr zuspitzte. Nachdem die USA und Israel 2007 mit dem hochkomplexen Schädling Stuxnet die iranische Nuklearindustrie teilweise sabotiert hatten, steckte Iran viel Energie in die eigenen Fähigkeiten zum digitalen Angriff. Im Oktober 2020 wurde berichtet, dass iranische Hacker, die von der Revolutionsgarde beauftragt worden waren, in den vergangenen Monaten prominente israelische Unternehmen mit einer Reihe von "Ransomware-Angriffen" ins Visier genommen hätten.

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