Nahost

Taliban nur noch elf Kilometer vor Kabul: US-Diplomaten vernichten geheime Akten

Die US-Botschaft in Kabul hat ihr Personal angewiesen, sensible Dokumente sowie anderes Material, das als "Propaganda" missbraucht werden könnte, zu vernichten, bevor die Taliban Kabul einnehmen. Zusätzliche 3.000 Soldaten, die nach Kabul entsandt worden sind, sollen zudem verhindern, dass sich in Kabul wiederholt, was 1979 in Teheran passierte.
Taliban nur noch elf Kilometer vor Kabul: US-Diplomaten vernichten geheime AktenQuelle: AFP © Rob Elliott

Die US-Botschaft in Kabul hat CNN zufolge ihre Mitarbeiter angewiesen, sensible Dokumente sowie anderes Material, das als "Propaganda" benutzt werden könnte, zu vernichten.

Hintergrund der Meldung ist ein massiver Vorstoß der Taliban auf Kabul. Inzwischen stehen die Milizen elf Kilometer vor der Hauptstadt. Die Taliban setzen ihre Gebietsgewinne in Afghanistan in rasantem Tempo fort, wobei sie inzwischen binnen einer Woche mehr als die Hälfte aller Provinzhauptstädte, unter anderem die zweit- und drittgrößte Stadt des Landes einnahmen: Herat und Kandahar.

In der Kurzmitteilung an die Mitarbeiter der US-Botschaft wurden die Diplomaten aufgefordert, Computer und andere vertrauliche Dokumente sowie Gegenstände mit der US-amerikanischen Flagge, Botschaftslogos und anderen Artikeln, die "in den Propagandabemühungen missbraucht werden könnten" vor ihrer Abreise zu zerstören, so CNN. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, die Mitteilung sei Teil eines "Standardverfahrens" beim Abzug von Botschaften.

Wegen der verschärften Bedrohungslage in Afghanistan sind die US-Streitkräfte dabei, zusätzliche 3.000 Soldaten an den Flughafen in Kabul zu verlegen, um die Reduzierung des Personals in der US-Botschaft in Kabul abzusichern. Erste US-Truppen sind am Freitag in Kabul eingetroffen, um bei der Evakuierung der Botschaft zu helfen, wie der afghanische Nachrichtensender TOLOnews berichtet. Die US-Regierung soll auch erwogen haben, die US-Botschaft von ihrem derzeitigen Standort in der Hauptstadt an den Flughafen Kabul zu verlegen, berichtete CNN.

Fars News berichtet zudem unter Berufung auf afghanische Medien, dass schwarzer Rauch über der kanadischen Botschaft aufstiegen sei. Dies führte zu Spekulationen, dass dort Dokumente verbrannt worden sein könnten.

DerFAZ-Korrespondent in Washington behauptete in seinem Kommentar am Freitag, zusätzliche 3.000 Soldaten am Flughafen in Kabul sollten verhindern, dass sich in Kabul wiederhole, was 1979 in Teheran passiert war: "Wovor man in Washington aber offenbar Angst hat, ist ein Teheran-Szenario, also eine Belagerung der Botschaft oder gar die Geiselnahme von Amerikanern."

Bei der Geiselnahme von Teheran besetzten iranische Studenten am 4. November 1979 im Verlauf der Islamischen Revolution die US-Botschaft in Teheran, um gegen die Aufnahme des gestürzten Schahs Reza Pahlavi in den USA zu protestieren.

Auf dem US-Botschaftsgelände befinden sich etwa 4.000 Personen, darunter 1.400 US-Amerikaner. Wie viele Landsleute nach dem Abzug, der auch weiterhin bis Ende August abgeschlossen sein soll, in Kabul verbleiben sollen, wollte Ned Price, der Sprecher des State Department, am Donnerstag nicht sagen.

Mehr zum ThemaTaliban rücken auf Kabul vor: Westliche Staaten evakuieren diplomatische Vertretungen

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team