
USA schicken 3.000 Soldaten nach Afghanistan – Taliban erobern Kandahar und stehen vor Kabul
Die Taliban haben nach heftigen Gefechten die vollständige Kontrolle über Kandahar erlangt, während sich die Regierungstruppen nach offiziellen Angaben aus der zweitgrößten Stadt zurückgezogen haben. Ein Sprecher der militanten Gruppe verkündete am Freitag, dass die wichtigsten Provinzen Afghanistans – Kandahar, Helmand, Herat und Badghis – vollständig erobert worden seien.
Die Taliban erklärten, sie hätten nach der erfolgreichen Militäroperation Hunderte von Waffen und Fahrzeugen sowie große Mengen an Munition beschlagnahmt. Ein afghanischer Parlamentsabgeordneter bestätigte in einem Gespräch mit CNN, dass die Stadt nicht mehr unter der Kontrolle der Regierung in Kabul stehe. Laut dem Abgeordneten Gul Ahmad Kamin:
"Viele (Regierungs-)Soldaten haben sich ergeben, während die verbleibenden geflohen sind."

Ein von Reuters zitierter örtlicher Regierungsbeamter sagte, die Taliban hätten die Stadt nach "schweren Gefechten", die bis spät in die Nacht andauerten, eingenommen. Berichten zufolge kontrollieren die Regierungstruppen noch immer den Flughafen von Kandahar, der als einer der größten US-Militärstützpunkte des Landes diente.
Die Taliban veröffentlichten später ein Video, das angeblich in der Stadt Kandahar aufgenommen wurde und eine Gruppe junger Männer zeigt, die jubelnd auf einem Militär-Humvee stehen.
يو وخت به دغو ټانګونو ته په سل مترۍ کې څوک نشوای ورنيږدې کيدلی، ځکه دښمن زموږ له ولس څخه سخته ويره درلوده او خلکو هم کرکه ترې کوله.نن هرڅه بدل شول، ملت هرڅه د ځان بولي، ماشومان مو دا ډول د کندهار فتحه لمانځي. pic.twitter.com/WMT6XfEAjU
— Zabihullah (..ذبـــــیح الله م ) (@Zabehulah_M33) August 13, 2021
Der Sturz Kandahars – der Geburtsstadt der Taliban – kommt zu einem Zeitpunkt, an dem westliche Länder versuchen, ihr diplomatisches Personal aus dem Land zu evakuieren, in Erwartung eines endgültigen Angriffs auf Kabul. Berichten zufolge werden Spezialeinheiten aus Kanada, dem Vereinigten Königreich und den USA eingesetzt, um das Botschaftspersonal und andere Bürger aus Afghanistan zu transportieren.
Gains made by #Taliban in #Afghanistan between April 2021 and August 2021(Source: Long War Journal) pic.twitter.com/WCb7qcFQrR
— Samvada World (@SamvadaWorld) August 12, 2021
Nach Angaben der New York Times wird die Biden-Regierung 3.000 Soldaten nach Afghanistan schicken, um den Abzug des Personals der US-Botschaft in Kabul zu erleichtern, da die Taliban rasch auf die afghanische Hauptstadt vorrücken. Derzeit stehen sie bereits 50 Kilometer vor Kabul. Die US-Truppen, die aus insgesamt drei Infanteriebataillonen der Marineinfanterie und der Armee bestehen, werden innerhalb von 24 bis 48 Stunden auf dem Hamid Karzai International Airport in Kabul eintreffen, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Laut Kirby:erei
"Dies ist eine sehr eng fokussierte Mission, die den geordneten Abbau des zivilen Personals aus Afghanistan sicherstellen soll."
Es wird nun damit gerechnet, dass die Taliban schon bald in Kabul einmarschieren könnten, sofern keine politische Lösung gefunden wird. Die strategisch wichtige Stadt Ghazni, die nur 150 Kilometer entfernt liegt, wurde am Donnerstag von der militanten Gruppe eingenommen. Die US-Botschaft in Kabul hat alle US-Bürger aufgefordert, das Land unverzüglich zu verlassen, und sogar angeboten, denjenigen, die Geld für Flugtickets benötigen, Darlehen zu gewähren.
Im Mai starteten die Taliban eine Großoffensive, die zu weitreichenden territorialen Gewinnen führte, nachdem die von den USA angeführte Koalition beschlossen hatte, ihren Rückzug aus dem vom Krieg gezeichneten Land zu beschleunigen. Es wird erwartet, dass die USA ihren vollständigen militärischen Abzug aus Afghanistan bis zum 31. August abschließen werden.
Mehr zum Thema - Deutschland und USA fordern alle Bürger auf, sofort Afghanistan zu verlassen
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.