Nahost

Als Reaktion auf israelische Luftangriffe: Hisbollah feuert Raketen auf Nordisrael ab

Die libanesische Hisbollah hat am Freitag nach eigenen Angaben mehrere Raketen auf das von Israel besetzte Gebiet "Shebaa-Farmen" abgefeuert. Die israelische Armee berichtet von mehr als zehn Raketen. Die Hisbollah soll dabei vorsätzlich auf freie Fläche gezielt haben.

Aus dem Libanon sollen mehr als zehn Raketen in den Norden Israels abgefeuert worden sein. Der größte Teil sei von der Raketenabwehr "Iron Dome" abgewehrt worden. Der Rest sei auf freiem Gelände eingeschlagen, hieß es in einer Mitteilung des israelischen Militärs am Freitag. Es gab zunächst keine Berichte von Verletzten. Die Sirenen heulten kurz vor 11 Uhr in Ein Quiniyye, Neve Ativ und Snir, nahe der Nordgrenze Israels zum Libanon und Syrien.

Die israelische Armee griff daraufhin nach eigenen Angaben die Orte an, von denen die Raketen abgefeuert worden waren. Die IDF teilte mit, sie habe eine Reihe von Artilleriegeschossen auf Orte des Raketenfeuers in Südlibanon gefeuert.

Premierminister Naftali Bennett, Verteidigungsminister Benny Gantz, IDF-Stabschef Aviv Kochavi und andere Sicherheitsbeamte sollten Gespräche führen, um die mögliche Reaktion Israels nach dem Angriff vom Freitag auf Israel zu überprüfen, berichtet Times of Israel.

Der Militärsprecher Ran Kochav sagte den Journalisten am Freitag, Israel habe "keine Absicht, in den Krieg zu ziehen, aber wir wollen die libanesische Grenze nicht in eine Konfrontationslinie verwandeln". Er behauptete auch, die Hisbollah habe die Raketen vorsätzlich auf freie Fläche abgefeuert. Dennoch wurde das Iron-Dome-Abwehrsystem eingesetzt, um einige der Raketen abzufangen. "Dies ist eine gemäßigte Reaktion der Hisbollah, um die Situation nicht eskalieren zu lassen", sagte Kochav.

Die mit dem Iran verbündete libanesische Hisbollah übernahm inzwischen in einer kurzen Erklärung Verantwortung für den Raketenbeschuss. In der Erklärung vom Freitag hieß es, sie habe Dutzende von Raketen auf das israelisch besetzte Gebiet "Shebaa-Farmen" abgefeuert, nachdem Israel am frühen Donnerstag nach dem zweiten Tag des Raketenbeschusses Luftangriffe auf den benachbarten Libanon gestartet hatten.

Unterdessen drückte die Hamas-Bewegung ihre "volle Unterstützung" für die Entscheidung der Hisbollah aus, Raketen auf den "zionistischen Feind" abzufeuern. Sie erklärte, die libanesische Gruppe stelle israelische Versuche infrage, ihre eigenen "Einsatzregeln" durchzusetzen.

Im Internet kursieren derzeit auch Videos, die angeblich die Bewohner aus dem Dorf Shwaya zu zeigen – ein von Drusen mehrheitlich bewohnter Bezirk in Hasbaya –, die sich den Hisbollah-Milizen widersetzen. Und das, da sie mutmaßlich von dort Raketen auf Nordisrael und besetzte Gebiete abfeuern wollen. 

Am Donnerstag hatten israelische Kampfflieger Ziele im Süden des Nachbarlandes angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf Raketenbeschuss aus dem Libanon gewesen. Israels Verteidigungsminister Benny Gantz sagte anschließend in einem Interview mit der Nachrichtenseite Ynet, er gehe davon aus, dass palästinensische Gruppierungen für den Beschuss aus dem Libanon verantwortlich seien.

Die Hisbollah wurde nach der israelischen Invasion und völkerrechtswidrigen Besetzung des Südlibanon im Jahr 1982 gegründet. Im Mai 2000 hatte die Hisbollah den Südlibanon nach 22-jähriger Besatzungszeit von israelischen Truppen befreit. Israel und Libanon befinden sich offiziell im Kriegszustand – an der Grenze kommt es immer wieder zu Spannungen.

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