Nahost

Israel bombardiert Ziele im Libanon, will "Vergeltungsschläge" weiter verstärken

Tel Aviv beschießt Ziele im Libanon erneut mit Artillerie und fliegt eine weitere Reihe von Luftangriffen. Begründet wird die Offensive als "Vergeltung" für angebliche Raketenangriffe auf Israel von libanesischem Staatsgebiet aus.
Israel bombardiert Ziele im Libanon, will "Vergeltungsschläge" weiter verstärkenQuelle: AFP © Mahmoud ZAYYAT / AFP

Die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) bestätigten die angeblichen Vergeltungsschläge am frühen Donnerstagmorgen und erklärten, die nächtlichen Einsätze hätten "terroristische Infrastrukturen und Raketenstellungen" zum Ziel gehabt. Die IDF stellten zudem in Aussicht, ihre Einsätze im Libanon "fortzusetzen und sogar zu intensivieren".

Im Internet zirkulieren Videoaufnahmen, die die Angriffe zeigen sollen.

Zuvor hatte das israelische Militär erklärt, es seien drei Raketenbomben aus dem Libanon abgefeuert worden und in der Nähe von Kiryat Shmona, einer Grenzstadt weit im Norden Israels, eingeschlagen. Während eine Rakete noch vor dem Überqueren der Grenze explodiert sei, soll eine andere einen Brand nahe der Stadt verursacht haben, schreibt die israelische Zeitung Haaretz. Es wurden keine Opfer gemeldet.

Mit den Luftangriffen vom Donnerstag wird die vierte Runde von Operationen der IDF im Südlibanon in den vergangenen 24 Stunden eingeläutet, machte das israelische Blatt Jerusalem Post aufmerksam. Die Zeitung berichtete, dass im Rahmen angeblicher Vergeltungsschläge mehr als 100 Artilleriegranaten in das Land abgefeuert worden seien. Das Militär veröffentlichte Videomaterial von diesem Artilleriebeschuss.

Der israelische Premierminister Naftali Bennett gab bekannt, er sei ebenso wie Verteidigungsminister Beni Gantz über die Lageentwicklung informiert worden und würde gemeinsam mit ihm die Einsätze des israelischen Militärs überwachen.

Die Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon (UNIFIL) forderte beide Seiten auf, das Feuer einzustellen und "größtmögliche Zurückhaltung zu üben, um eine weitere Eskalation zu vermeiden". Man arbeite mit dem libanesischen Militär zusammen, um die Sicherheit entlang der Grenze, die auch als "Blaue Linie" bezeichnet wird, zu verstärken.

Seit dem Frühjahr führen die IDF eine Reihe von Angriffen auf den Libanon durch. Sowohl im Mai als auch Ende Juli feuerte die israelische Artillerie Geschosse über die Landesgrenze hinaus – als Vergeltungsschläge nach Raketenangriffen von libanesischem Staatsgebiet aus, wie es hieß.

Neben solchen gelegentlichen Luft- und Artillerieangriffen führte Tel Aviv seit dem Jahr 1982 zwei größere Kriege im Libanon. Nach einer blutigen Bombenkampagne gegen palästinensische Kämpfer in Beirut besetzte Israel den Libanon über mehrere Jahre hinweg. Tel Aviv betrachtet die Hisbollah, eine schiitische Miliz und politische Partei mit engen Beziehungen zu Iran, als konstante Bedrohung und forderte die libanesische Regierung wiederholt auf, die Aktivitäten dieser Gruppierung einzudämmen.

Anlass für den grenzüberschreitenden Schlagabtausch bilden Unruhen und Probleme im Libanon selbst. So jährte sich am Mittwoch das Datum einer gewaltigen Explosion in Beirut, bei der mehr als 200 Menschen starben, Tausende verletzt wurden und ein Sachschaden in Milliardenhöhe entstand. Die Explosion wurde durch unsachgemäß gelagertes Ammoniumnitrat ausgelöst und führte unter den Einheimischen zu großer Empörung. Diese Woche gingen viele Menschen auf die Straßen, um Rechenschaft für die Tragödie zu fordern. Bislang wurde im Zusammenhang mit der Explosion noch niemand in nennenswertem Umfang bestraft.

 

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