Nahost

Westjordanland: Israelische Streitkräfte schießen mit scharfer Munition auf Demonstranten

Laut dem Palästinensischen Roten Halbmond wurden bei Zusammenstößen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Militär 379 Demonstranten verletzt – 31 von ihnen durch scharfe Munition. Die Proteste richten sich gegen illegale Siedlungen im Westjordanland.
Westjordanland: Israelische Streitkräfte schießen mit scharfer Munition auf DemonstrantenQuelle: Reuters © Mohamad Torokman

Laut dem Palästinensischen Roten Halbmond eröffneten israelische Streitkräfte am Freitag das Feuer auf Hunderte von palästinensischen Demonstranten, die gegen einen illegalen Außenposten im besetzten Westjordanland demonstrierten. Dabei wurden mehr als 370 Menschen verletzt, darunter 31, die von scharfer Munition getroffen wurden.

Israelische Streitkräfte setzten dem Bericht zufolge Drohnen ein, um Tränengasgranaten über den Demonstranten abzuwerfen. Die Palästinenser demonstrierten gegen eine illegale Landbeschlagnahmung in der Stadt Beita in der Nähe von Nablus im Westjordanland. Die Demonstranten verbrannten Reifen und warfen mit Steinen auf die israelischen Streitkräfte, wie lokale Medien berichteten. Zeugen berichteten laut Al Jazeera, dass israelische Truppen nach dem Freitagsgebet in Beita scharfe Munition und gummiummantelte Stahlgeschosse auf die Demonstranten abgefeuert hätten.

Der Palästinensische Rote Halbmond berichtete, dass 379 Demonstranten verwundet worden waren – 31 davon durch scharfe Munition. Vom israelischen Militär gab es keinen unmittelbaren Kommentar dazu. Ähnliche Konfrontationen hatte es auch in der Stadt Kafr Qaddum und in Beit Dajan gegeben, wo Dutzende von Palästinensern wegen der Auswirkungen von Tränengas behandelt wurden.

Nach israelischen und palästinensischen Schätzungen gibt es im besetzten Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, etwa 650.000 Siedler, die in 164 Siedlungen und 116 Außenposten leben. Nach internationalem Recht sind alle israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten illegal. Die Spannungen im besetzten Westjordanland erreichten in den letzten Monaten einen neuen Höhepunkt, wobei der israelische Außenposten Evyatar einer der Brennpunkte der Zusammenstöße war. Israelische Siedler weigerten sich, das Land zu räumen, die Palästinenser protestierten heftig gegen ihre Anwesenheit.

Im Mai waren 34 Palästinenser getötet worden – die höchste monatliche Zahl seit zehn Jahren –, Israels Inlandsgeheimdienst Shin Bet meldete fast 600 gewalttätige Zwischenfälle, da das israelische Militär seine Präsenz in den besetzten Gebieten mit mehreren weiteren Bataillonen verstärkt hatte. Palästinenser in nahegelegenen Dörfern sagten, dass der Außenposten Evyatar illegal auf ihrem Land gebaut wurde, und befürchten, dass er wachsen und mit größeren Siedlungen in der Nähe verschmelzen wird. Mindestens vier Demonstranten, darunter zwei Teenager, waren laut Al Jazeera in den letzten Monaten bei den Zusammenstößen getötet worden.

Die Siedler haben Evyatar nach einem Israeli benannt, der 2013 von einem Palästinenser getötet worden sein soll. Ende Juni hatte Israel einen Kompromiss mit den in Evyatar lebenden Siedlern erreicht. Im Rahmen der Vereinbarung verließen die Siedler den Außenposten, und das Gebiet wurde zu einer geschlossenen Militärzone, aber die Häuser und Straßen blieben bestehen.

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