Nahost

Waffenruhe wankt: Israel bombardiert Gaza als Vergeltung für Angriffe mit Brandballons (VIDEO)

Die Feindseligkeiten zwischen Israel und dem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen flammen mit aller Macht wieder auf. Tel Aviv feuert mehrere Raketen auf die Enklave ab. Wie es heißt, als Reaktion auf Angriffe mit "Brandballons".
Waffenruhe wankt: Israel bombardiert Gaza als Vergeltung für Angriffe mit Brandballons (VIDEO)Quelle: AP © Khalil Hamra

Auch nach dem Amtsantritt der neuen israelischen Regierung haben die Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern keineswegs abgenommen, sondern sich eher noch verschärft.

Die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) gaben bekannt, in der Nacht zum Donnerstag eine "militärische Anlage und eine Raketenfeuerstellung" angegriffen zu haben. Diese seien von der Hamas betrieben worden, die den Gazastreifen kontrolliert. Es handele sich hierbei um einen Vergeltungsschlag für zuvor aus dem Gazastreifen erfolgte Angriffe mit Brandballons, so die IDF.  

Die von israelischen Kampfflugzeugen aus abgefeuerten Raketen schlugen Berichten zufolge in der Stadt Chan Junis im südlichen Gazastreifen ein. Die Stadt ist bereits zwei Tage in Folge das Ziel israelischer Angriffe, ebenso wie die nördlich von Gaza-Stadt gelegene Stadt Bait Lahiya, die ebenfalls unter der Kontrolle der Hamas steht.

Acht Brände, davon sieben in der Region Eschkol und einer auf einem Feld nahe Scha’ar Ha Negev, sollen am Donnerstag durch die Brandballons ausgelöst worden sein. Am Mittwoch soll es vier Brände gegeben haben, berichtet die Times of Israel

In der Vergangenheit hatten israelische Siedler wiederholt selbst Brände nahe israelischer Siedlungen gelegt. Vorfälle dieser Art meldete die israelische Zeitung Haaretz bereits im Jahr 2019 mit Verweis auf die Menschenrechtsorganisation B’Tselem. Das israelische Militär hat die Vorfälle bestätigt. 

Kurz nachdem Israel die angeblichen Hamas-Standorte bombardiert hatte, ertönten im Kibbuz Kfar Aza im Süden Israels die Sirenen. Dieser Alarm sei jedoch laut der IDF durch "Beschuss, nicht durch Raketen" ausgelöst worden. Aufnahmen von Überwachungskameras legen die Vermutung nahe, dass es sich um Beschuss von Maschinengewehren oder Maschinenkanonen handelte. 

Der Ausbruch der Gewalt folgte auf den umstrittenen Flaggenmarsch in Jerusalem Anfang dieser Woche. Die Demonstration wurde von israelischen nationalistischen Gruppen organisiert, um Tel Avivs Sieg im Sechstagekrieg von 1967 zu feiern, in dessen Verlauf Ostjerusalem erobert worden war. Obwohl die angemeldete Route des Marsches geändert wurde, um Zusammenstöße zu vermeiden, kam es zu Scharmützeln in Jerusalem und an anderen Orten. Hierbei wurden mehrere Palästinenser verletzt und über ein Dutzend verhaftet.    

Der ursprünglich für Mai geplante Flaggenmarsch war verschoben worden, nachdem es gegen Ende des Ramadan zwischen Israel und den Palästinensern zu elf Tage dauernden Auseinandersetzungen gekommen war. Der blutige Konflikt kostete mehr als 250 Palästinensern und 13 Israelis das Leben.

Bei den Angriffen am Donnerstag handelte es sich um das zweite Aufflammen der Auseinandersetzungen in dem Konflikt seit dem im vergangenen Monat von Ägypten verhandelten Waffenstillstand zwischen Israel und Gaza. Es ist gleichzeitig die erste Militäroperation der neuen israelischen Koalitionsregierung, die den langjährigen Premierminister Benjamin Netanjahu am Sonntag abgelöst hat.

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