Nahost

Israels neue Regierung befiehlt erste Luftangriffe auf Gaza

Israelische Streitkräfte flogen erneut Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen. Es sind die ersten Luftschläge seit Amtsantritt der neuen israelischen Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Naftali Bennett nur wenige Wochen nach dem jüngsten Konflikt mit der palästinensischen Enklave.

Wie Reuters und AFP berichteten, waren am Mittwoch gegen 1:00 Uhr Ortszeit an mehreren Orten im Gazastreifen Explosionen zu hören. Ein von der Hamas betriebener Radiosender behauptete, die Angriffe hätten ein palästinensisches Trainingslager zum Ziel gehabt. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte bestätigten die Einsätze in einer Erklärung auf Twitter und teilten Videoaufnahmen von einem der Angriffe. Das Militär erklärte:

"Kampfjets haben kürzlich militärische Komplexe der Hamas angegriffen, die als Lager und Treffpunkte für terroristische Agenten in den Brigaden von Chan Yunis und Gaza dienten."

Man sei "auf alle Szenarien einschließlich der Wiederaufnahme von Feindseligkeiten vorbereitet", hieß es.

"Der Angriff wurde als Reaktion auf den Einsatz von Feuerballons über israelischem Gebiet durchgeführt."

Lokalen Medienberichten zufolge haben die Feuerballons mindestens 20 Brände in Israel ausgelöst.

In den sozialen Medien kursieren Aufnahmen, die den Angriff zeigen sollen. Es bleibt unklar, wo die Videos aufgenommen wurden. Unbestätigten Berichten zufolge gab es eine Reihe von Angriffen in der Umgebung von Chan Yunis.

Die Attacken mit den Feuerballons fielen mit dem sogenannten Flaggenmarsch durch die Jerusalemer Altstadt am Dienstag zusammen, der jährlich zur Feier des Sieges Tel Avivs im Sechstagekrieg von 1967 stattfindet. Trotz aller Befürchtungen, dass der von israelischen nationalistischen Gruppen angeführte Marsch die Spannungen mit den Palästinensern anheizen könnte, wurde die Veranstaltung von der Polizei genehmigt. In der Folge des Marsches kam es nicht nur in Jerusalem, sondern auch entlang der Grenze zwischen Gaza und Israel zu Zusammenstößen. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Ein Palästinenser wurde ins Bein geschossen, erlitt aber nur eine leichte Verletzung, berichtete die Times of Israel.

Traditionell findet der Flaggenmarsch im Mai statt, aufgrund der Feindseligkeiten mit bewaffneten Gruppen im Gazastreifen wurde er dieses Jahr aber verschoben. Der Konflikt führte zu bewaffneten Auseinandersetzungen, bei denen mehr als 250 Palästinenser und 13 Menschen in Israel getötet wurden. Die Gewalt endete nach einem von Ägypten vermittelten Waffenstillstandsabkommen Ende vergangenen Monats.

Bei den jüngsten Luftangriffen handelt es sich um die erste militärische Aktion der neuen israelischen Regierung, die am Sonntag mit Naftali Bennett als Premierminister vereidigt wurde. Die als "Block des Wandels" bezeichnete Koalition aus rechten, zentristischen und arabischen Parteien beendete die zwölfjährige Herrschaft von Benjamin Netanjahu, nachdem vier aufeinanderfolgende Wahlen innerhalb von zwei Jahren keine dauerhafte Mehrheit hervorgebracht hatten.

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