Nahost

Israel erntet für Twitter-Post mit Raketen-Emojis heftige Kritik

Israel veröffentlichte am Montag mehr als 1.600 Raketen-Emojis auf Twitter. Damit wollte man die Zahl der Projektile veranschaulichen, die militante Palästinenser in Richtung des Nahoststaates bis dahin abgeschossen hatten. Der Thread stieß aber auf heftige Kritik.
Israel erntet für Twitter-Post mit Raketen-Emojis heftige Kritik© Screenshot / Twitter @Israel

Auf seinem offiziellen Twitter-Account hat Israel am Montag insgesamt 1.628 Raketen-Emojis gepostet. Damit wollte der Nahoststaat die genaue Zahl der Projektile anschaulich darstellen, die militante Palästinenser seit der jüngsten Verschärfung des Gaza-Konfliktes bis dahin in Richtung Israel abgefeuert hatten. Die Einträge wurden zu einem Thread aus insgesamt 14 Tweets verkettet, im vorletzten wurde die folgende Erläuterung gegeben:

"Nur damit Sie eine Vorstellung haben: Dies ist die Gesamtzahl der Raketen, die auf israelische Zivilisten abgeschossen worden sind. Jede Einzelne dieser Raketen ist dafür bestimmt, Menschen zu töten."

Im letzten Tweet hieß es, dass jede Rakete ein Ziel habe:

"Was würden Sie tun, wenn Sie dieses Ziel wären?"

Zahlreiche Twitter-Nutzer teilten zwar die Einträge mit den Raketen-Emojis und bekundeten ihre Unterstützung für Israel, viele kritisierten den Raketen-Thread jedoch scharf. So schlugen mehrere Nutzer Israel vor, auch das Ausmaß der durch israelische Luftangriffe zugefügten Schäden und Verluste im Gazastreifen zu veranschaulichen. Einige posteten Baby-Emojis zur Veranschaulichung der Zahl der bis dahin getöteten palästinensischen Kinder.

Andere Nutzer fragten, wie viele Bomben Israel als Vergeltung abgeworfen und wie viele Kugeln abgefeuert habe und ob Israel nun in einen Emoji-Krieg einsteigen wolle.

Der unabhängige Kandidat für den US-Kongress Steve Cox antwortete auf den israelischen Twitter-Thread wie folgt:

"Ich würde wahrscheinlich aufhören, ihr Land zu stehlen, und beginnen, sie als Menschen mit denselben Rechten wie ich zu behandeln."

Viele Länder dringen inzwischen auf eine Waffenruhe im Nahen Osten, doch ein Ende des Konflikts zwischen Israel und militanten Palästinensern scheint weiterhin nicht in Sicht. UN-Menschenrechtsexperten sehen dabei Anzeichen für Kriegsverbrechen auf beiden Seiten, die vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag untersucht werden sollten. Sie werfen Israel vor, Raketen und Granaten in dicht besiedelte Gebiete im Gazastreifen zu feuern. Palästinensischen Gruppen wird vorgeworfen, Stadtgebiete in Israel ähnlich "absichtlich oder rücksichtslos" mit Raketen zu schießen.

Seit dem Beginn der jüngsten Eskalation im Konflikt vor neun Tagen hat Israels Militär nach eigenen Angaben im Gazastreifen Tunnelanlagen von rund 100 Kilometern Länge zerstört. Im Zuge der Militäroperationen wurden außerdem mehrere Kommandeure der Hamas und der mit ihr verbündeten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad getötet. Dem palästinensischen Gesundheitsministerium zufolge kamen binnen rund einer Woche 217 Menschen im Gazastreifen ums Leben. In Israel starben bislang zwölf Menschen durch Raketenfeuer aus dem palästinensischen Küstengebiet.

Mehr zum Thema - UN-Chef Guterres zeigt sich entsetzt über Zahl der Opfer unter palästinensischen Zivilisten

(rt/dpa)

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