Nahost

Russische Luftwaffe greift Terroristenstellungen in Syrien an – bis zu 200 Militante getötet

Russische Kampfjets haben ein Trainingslager von Terroristen nordöstlich von Palmyra angegriffen. Dabei sollen 24 Fahrzeuge und eine halbe Tonne Sprengstoff zerstört worden sein. Bis zu 200 Terroristen wurden getötet. Dies teilte das russische Militär mit.
Russische Luftwaffe greift Terroristenstellungen in Syrien an – bis zu 200 Militante getötetQuelle: Reuters © Omar Sanadiki

Das russische Militär erhielt Informationen, dass Militante nordöstlich von Palmyra einen getarnten Stützpunkt errichtet hatten. Nachdem diese Angaben bestätigt worden waren, flogen Kampfflugzeuge der russischen Luftwaffe Angriffe gegen das Terroristenlager.

Dabei zerstörte die russische Luftwaffe zwei Stellungen, vernichtete "bis zu 200 Militante, 24 Pick-ups mit schweren Maschinengewehren sowie etwa 500 Kilogramm Munition und Komponenten für die Herstellung improvisierter Sprengsätze". Dies erklärte Konteradmiral Alexandr Karpow, stellvertretender Leiter des russischen Zentrums für die Versöhnung der Kriegsparteien in Syrien.

Laut dem russischen Offizier nutzten Terroristen den Stützpunkt, um dort improvisierte Sprengsätze herzustellen und Kampfgruppen zur Durchführung von Terroranschlägen in ganz Syrien zu entsenden. Er fügte hinzu:

"Terroristen trainieren in militanten Lagern auf dem Gebiet, das nicht von den syrischen Behörden kontrolliert wird, einschließlich der Zone von at-Tanf, die von den US-Streitkräften kontrolliert wird."

Im Jahr 2016 errichteten die USA eine Garnison in Tanf an der Straße von Damaskus nach Bagdad gegen die Einwände der syrischen Regierung und im Widerspruch mit internationalem Recht. Moskau und Damaskus haben wiederholt darauf hingewiesen, dass das Gebiet Militanten de facto als Rückzugsgebiet dient, die Terroranschläge in Syrien verüben.

Karpow gab nicht an, ob die Kämpfer dem Islamischen Staat oder einer anderen Terrorgruppe angehörten, wie dem al-Qaida-Ableger Hayat Tahrir al-Sham, der vor allem in der Provinz Idlib unter türkischem Schutz operiert.

Russland intervenierte in Syrien auf Bitten der Regierung in Damaskus im September 2015. Damals waren fast 70 Prozent des Landes in den Händen von IS-Terroristen oder anderen Kämpfern, die von westlichen Medien oft als sogenannte gemäßigte Rebellen bezeichnet werden. Neben dem Marinestützpunkt in Tartus operieren die russischen Streitkräfte auch von der Luftwaffenbasis Hmeimim in der Provinz Latakia aus.

Seitdem Russland in den Syrienkrieg eingetreten ist, hat der IS das gesamte beanspruchte Territorium verloren und die regierungsfeindlichen Kämpfer sind auf die Provinz Idlib und einen von der Türkei besetzten Streifen entlang der nördlichen Grenze Syriens reduziert worden. Von den USA unterstützte kurdische Milizen kontrollieren den Nordosten des Landes, während das US-Militär das Gebiet um at-Tanf, an der Grenze zu Jordanien im Süden, direkt kontrolliert.

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