Nahost

Lawrow plant Golfstaaten-Besuch – Ansarullah fordert Eröffnung der russischen Botschaft in Sanaa

Lawrows Reise in die Golfregion steht kurz bevor. Während die Ansarullah-Bewegung den russischen Außenminister nach Sanaa einlädt, setzen die arabischen Golfstaaten nun ihre Hoffnungen auf Russland für eine Beilegung des Bürgerkrieges im Jemen.
Lawrow plant Golfstaaten-Besuch – Ansarullah fordert Eröffnung der russischen Botschaft in SanaaQuelle: Reuters © Khaled Abdullah

Die Ansarullah-Bewegung (Huthi-Milizen) startete vor Kurzem eine Großoffensive auf die strategische Stadt Ma'rib. Die Stadt ist von enormer strategischer Bedeutung, da hier die letzte verbliebene Straße auf Regierungsgebiet nach Saudi-Arabien verläuft. Wenn die Stadt fällt, ist die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition faktisch in ihrer Mission im umkämpften Jemen gescheitert – und Ansarullah rückt damit einer Staatsbildung im Land immer näher.

Das Mitglied des Obersten Revolutionsrates im Jemen, Mohammed Ali al-Huthi, der zu den mächtigsten Führern der Huthi-Bewegung gehört, lud kürzlich den russischen Außenminister Sergei Lawrow nach Sanaa ein. Dort solle die russische Botschaft eröffnet werden und Lawrow sich "anstelle eines Riad-Besuchs" ein Bild von der katastrophalen humanitären Lage machen, die durch die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition und dessen westlichen Verbündeten verursacht worden sei.

Das russische Außenmisterum kündigte am Donnerstag an, dass Lawrow zwischen dem 8. und 12. März die arabischen Staaten Saudi-Arabien, Katar und die Emirate in der Golfregion besuchen wolle.

"Sie würden einen umfassenden Meinungsaustausch über aktuelle Fragen der Nahost-Agenda führen, wobei der Schwerpunkt auf der Notwendigkeit liegt, die anhaltenden Konflikte in der Region am Verhandlungstisch zu lösen, und die rechtmäßigen Interessen und Anliegen aller Beteiligten berücksichtigt werden. Die Aussichten für eine langfristige Beilegung der Krisen in Syrien, Libyen, dem Jemen, dem Golfgebiet und den arabisch-israelischen Beziehungen werden in diesem Zusammenhang ermittelt."

Die jemenitische Ansarullah-Bewegung griff nach eigenen Angaben erneut eine Ölanlage in Saudi-Arabien an. Der Ansarullah-Militärsprecher Yahya Saree sagte am Donnerstag, dass die Kämpfer der Volkskomitees einen Vergeltungsanschlag auf die saudische Aramco-Anlage in Dschidda gestartet hätten. Ein Marschflugkörper vom Typ Quds-2 habe eine Anlage des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in der Küstenstadt Dschidda "präzise getroffen". Von Saudi-Arabien gab es dafür zunächst allerdings keine Bestätigung.

General Saree sagte zudem, dass eine jemenitische Kampfdrohne die Militärbasis King Khalid Air im Südwesten von Saudi-Arabien in der Nähe von Chamis Muschait, etwa 884 Kilometer südlich der saudischen Hauptstadt Riad, angegriffen habe. Die von den Saudis geführte Militärkoalition teilte daraufhin mit, dass sie sechs mit Sprengstoff beladene Drohnen abgefangen und zerstört habe, die von der Huthi-Miliz auf Chamis Muschait abgefeuert worden seien.

Die Huthis hatten bereits im November 2020 erklärt, eine Aramco-Anlage in Dschidda mit einem Marschflugkörper getroffen zu haben. Aramco zufolge verursachte der Angriff eine Explosion und einen Brand in einem Tank an einer Verteilerstation. Saudi-Arabien bombardiert seit 2015 Ziele im Jemen und greift mit seinen Verbündeten zivile Einrichtungen an. Ihnen wurden mehrfach Kriegsverbrechen durch UN-Ermittler vorgeworfen. Das sunnitische Königreich sieht in den Huthi-Rebellen einen engen Verbündeten seines schiitischen Erzfeindes Iran.

Saudi-Arabien dürfte im Zug der neuen Huthi-Offensive alles daransetzen, um den Fall von Ma'rib zu verhindern. Nachdem die neue US-Regierung den Saudis die Unterstützung für den Jemenkrieg entzog, setzen die Golfstaaten ihre Hoffnung auf Russland, um in diesem Konflikt zu vermitteln, da Washingtons Kursänderung offenbar den Beginn eines politischen Prozesses im Jemen bislang nicht ermöglicht hat.

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