Nahost

Schlacht der Entscheidung: Ansarullah-Bewegung startet große Offensive auf Ma'rib

Die von Iran unterstützten Huthis haben eine Großoffensive auf strategische Stadt Ma'rib gestartet. Für Riad und Verbündete geht es bei dieser Offensive um alles oder nichts.
Schlacht der Entscheidung: Ansarullah-Bewegung startet große Offensive auf Ma'ribQuelle: AFP

Die Ansarullah-Bewegung (Huthi-Milizen), die im vergangenen Jahr weitere Geländegewinne im Bürgerkrieg in Jemen erzielt hatte, startete vor wenigen Tagen erneut eine große Offensive auf die strategische Stadt Ma'rib. Die Stadt ist das Herz der jemenitischen Erdöl- und Erdgaswirtschaft, 120 Kilometer östlich der Hauptstadt Sanaa. Die Huthis stoßen seit Tagen von Westen in die Provinz Ma'rib vor. Sie haben bislang geschafft, bis auf 25 Kilometer heranzurücken trotz massiver Luftangriffe der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition.

Ma'rib ist die letzte Hochburg der international anerkannten Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi im Norden. Sie ist von enormer strategischer Bedeutung, da hier die letzte verbliebene Straße auf Regierungsgebiet nach Saudi-Arabien verläuft. Wenn die Stadt fällt, ist die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition faktisch in ihrer Mission im umkämpften Jemen gescheitert. Saudi-Arabien dürfte insofern alles daransetzen, um den Fall von Ma'rib zu verhindern. Für Riad und US-Verbündete geht es um alles oder nichts. Mit ihrer Großoffensive will die Ansarullah-Bewegung den Bürgerkrieg für sich entscheiden, der seit September 2014 tobt.

Jemenitische Milizen starteten am 25. Februar einen Raketenangriff auf Ziele in Jemens strategischer Zentralprovinz Ma'rib. Al Mayadeen berichtetet, dass die Rakete eine Versammlung von Saudi-Arabiens geführten Militärkoalition getroffen habe. Die Quelle fügte hinzu, dass eine Reihe hochrangiger saudischer Söldner bei dem Raketenbeschuss getötet und verletzt worden seien.

Der jemenitische Informationsminister Dhaifallah al-Shami sagte, die Vereinigten Staaten hätten al-Qaida- und IS-Takfiri-Terroristen nach Ma'rib entsandt, um zu verhindern, dass Ansarullah weitere Gewinne erzielen könne, vermeldete Press TV.

"Die USA versuchen offenkundig, die Befreiung von Ma'rib zu stoppen. Sie haben kein Vertrauen in ihre jemenitischen Söldner und betrachten ihre Intervention in Ma'rib insofern als legitim, da das Territorium von größter Bedeutung ist. Ihre Befreiung würde das Ende der Aggression bedeuten und einen großen Rückschlag für diejenigen bedeuten, die sich gegen den Jemen und seine Nation verschworen haben."

Die militärische Huthi-Bewegung, die sich selbst den Namen "Ansarullah" gegeben hat, besteht aus einer Mischung verschiedener Truppen. Etwa 60 Prozent sind übergelaufene Kämpfer der jemenitischen Armee, die dem ehemaligen Präsidenten Saleh dienten.

Neben der Offensive in Ma'rib lancierten die Ansarullah in den vergangenen Tagen auch Angriffe mit Raketen und Drohnen auf Ziele in Saudi-Arabien. Der US-Präsident versicherte diesbezüglich den Saudis seine Unterstützung. Joe Biden kündigte unlängst jedoch an, Saudi-Arabiens offensive Operationen in Jemen nicht länger zu unterstützen. Vor etwa zwei Wochen strich Bidens Außenminister die Huthi von der Liste ausländischer Terrororganisationen. Die neue US-Regierung machte damit einen Schritt rückgängig, den die Trump-Regierung in den letzten Wochen ihrer Amtszeit vollzogen hatte. Der Hauptgrund für diesen Schritt soll die Sorge gewesen sein, dass die US-Sanktionen gegen die Huthi letztlich die Hilfslieferungen an die Millionen von hungernden Zivilisten in Jemen behindert. Die neuen Signale aus Washington deuten jedoch an, dass sich die saudische Militärkoalition bewusst sei, dass sich das militärische Gleichgewicht zugunsten der Huthi verschoben habe, so der iranische Botschafter in Jemen.

Der Nachrichtensender al-Arabiya behauptete seinerzeit, dass der iranische Botschafter Hasan Irlu in Sanaa direkt dem religiösen Oberhaupt des Iran Ajatollah Ali Chamenei unterstehe. Er sei nicht vom iranischen Außenministerium beauftragt worden, was ihm die Möglichkeit biete, faktisch als "oberster Führer" in Jemen zu agieren.

Jemeniten in der Hauptstadt Sanaa und mehrerer anderer Städte versammelten sich am 26. Februar zu Massenkundgebungen, um gegen die von Saudi-Arabien geführte Blockade gegen Jemen zu protestieren. In Jemen sind wegen der saudi-arabischen Blockade nach Einschätzung der Vereinten Nationen die Leben von Millionen Menschen bedroht.

Die Ansarullah-Bewegung in Jemen ordnet sich ideologisch zu der iranischen "Achse des Widerstands" gegen den US-Interventionismus und dessen "arabischen und zionistischen Gehilfen".

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