Nahost

Gefährliche Chemikalien aus Beiruter Hafen sollen nach Deutschland geschickt werden

Ein halbes Jahr nach der verheerenden Explosion im Beiruter Hafen lagern dort immer noch gefährliche Chemikalien. Diese werden nun nach Deutschland verschifft, um hierzulande recycelt zu werden, wie der deutsche Botschafter im Libanon mitteilte.
Gefährliche Chemikalien aus Beiruter Hafen sollen nach Deutschland geschickt werdenQuelle: www.globallookpress.com © Marwan Naamani/dpa

Auch rund ein halbes Jahr nach der verheerenden Explosion lagern immer noch gefährliche Chemikalien im Hafen von Beirut. Doch diese sollen nun nach Deutschland transportiert werden, wie der deutsche Botschafter im Libanon Andreas Kindl auf Twitter mitteilte. Die gefährlichen chemischen Substanzen sind laut Kindl nun "bereit, um nach Deutschland verschifft zu werden", um dort recycelt zu werden.

Das deutsche Unternehmen Kombi Lift hatte in den vergangenen Monaten den Inhalt von 52 Containern untersucht und transportsicher verpackt. Die Container mit ätzender Säure sollen bereits seit mehreren Jahrzehnten unter Aufsicht der Zollbehörde in einer Freiluft-Ladezone des Hafens lagern. Die Firma soll die Substanzen nach Angaben der libanesischen Behörden in speziellen Containern abtransportieren. Für den Transport erhielt die Firma drei Millionen Euro, von denen zwei Millionen von der Hafenbehörde bezahlt wurden.

Im November hatte das Unternehmen, das bereits zuvor im Hafen tätig war, und der Libanon einen Vertrag ausgehandelt. Der kommissarische Hafenchef Bassem al-Kasai den Abtransport der Container in diesem Zusammenhang als notwendige "präventive Maßnahme". Wenn diese Feuer fingen, würde "Beirut ausgelöscht werden".

Anfang August 2020 wurde Beirut von einer gewaltigen Explosion erschüttert, bei der mehr als 200 Menschen ums Leben kamen und mehr als 6.500 Personen verletzt wurden. Weite Teile der Stadt wurden dabei verwüstet, nachdem mehr als 2.700 Tonnen Ammoniumnitrat explodiert waren, die ungesichert im Hafen gelagert waren.

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