Nahost

Ein Toter und drei verletzte Soldaten bei israelischem Raketenangriff nahe Damaskus

Bei einem israelischen Raketenangriff rund 45 Kilometer von Damaskus entfernt wurde ein Mensch getötet und drei weitere verletzt. Dies berichten syrische Medien unter Berufung auf Regierungsquellen. Auch materieller Schaden sei bei den Angriffen entstanden, heißt es.
Ein Toter und drei verletzte Soldaten bei israelischem Raketenangriff nahe DamaskusQuelle: Reuters © HO / SANA

Nach dem Raketenangriff der israelischen Luftwaffe am Weihnachtstag aus dem libanesischen Luftraum folgte in der Nacht auf Mittwoch der nächste vom Norden Galiläas aus. Ziel waren Berichten zufolge Truppen, die in Nabi Habil nahe al-Zabadani stationiert sind, einer Stadt an der Grenze zum Libanon rund 45 Kilometer von Damaskus entfernt. Dies meldete die Nachrichtenagentur SANA unter Berufung auf anonyme Quellen in den Sicherheitsorganen des Landes:

"Um 1:30 Uhr morgens führte der israelische Feind einen Luftangriff mit Raketenstößen aus dem nördlichen Galiläa durch, der auf eine Einheit unserer Luftverteidigung in der Gegend von Nabi Habil im Umland von Damaskus abzielte."

Der Quelle zufolge konnte die syrische Luftverteidigung einige der israelischen Raketen abfangen. Ein Soldat habe dabei als Märtyrer sein Leben gelassen, drei weitere seien verletzt worden. Die Schwere der Verletzungen wurde nicht präzisiert.

Im Internet kursiert bislang unbestätigtes Bild- und Videomaterial, das den Angriff auf al-Zabadani zeigen soll. In einem Clip sind mehrere laute Explosionen zu hören.

Weitere Bilder zeigen einen Feuerball und eine über dem Horizont aufsteigende Rauchsäule. Diese Bilder sollen in der Gegend von Nabi Habil südlich von al-Zabadani aufgenommen worden sein.

Ein ähnlicher Angriff der israelischen Streitkräfte in den frühen Stunden des Weihnachtstages in der Nähe der Stadt Masjaf im Gouvernement Hama hatte ebenfalls militärische Einrichtungen zum Ziel, so SANA. Auch dort konnte die syrische Luftabwehr nach eigenen Angaben einen Großteil der Raketen abfangen. Verletzte oder Tote gab es nicht, dafür aber Beschädigungen.

Obwohl Tel Aviv selten militärische Operationen in Syrien offiziell bestätigt, beschwor der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vergangene Woche einen "vernichtenden Schlag" gegen jeden, der es versuche, Israel zu schaden. Er nannte sowohl Syrien als auch Iran beim Namen. Die israelische Regierung beschuldigt Syrien wiederholt, iranische Soldaten und Militärstützpunkte zu beherbergen. Tel Aviv sieht hierin eine Bedrohung und beansprucht für sich das Recht, syrisches Territorium anzugreifen, wann immer man dies für richtig hält.

Zuvor hatte Netanjahu eingestanden, dass israelische Streitkräfte in den vergangenen Jahren Hunderte Luftangriffe gegen vorgeblich iranische Ziele in Syrien durchgeführt haben. Damit mischt sich das Land in den blutigen Krieg des offiziellen Damaskus gegen Terrormilizen und andere bewaffnete Regierungsgegner ein, der bis zum heutigen Tag in einigen Bereichen Syriens wütet.

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