Asien

Japan kritisiert Russlands Aufkündigung von Gesprächen über Friedensvertrag als inakzeptabel

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor knapp 77 Jahren gibt es keinen Friedensvertrag zwischen Russland und Japan. Da Tokio nun Moskau wegen des Ukraine-Kriegs sanktioniert, legt Russland die Gespräche über den Friedensvertrag auf Eis. Japan findet dies "unvernünftig".
Japan kritisiert Russlands Aufkündigung von Gesprächen über Friedensvertrag als inakzeptabelQuelle: Sputnik © RAMIL SITDIKOW

Japan hat Russlands Entscheidung kritisiert, die Gespräche über die Abschließung eines Friedensvertrags zwischen den beiden Ländern aufzukündigen. Am Dienstag bedauerte die japanische Botschaft in Moskau den Beschluss und bezeichnete ihn als absolut inakzeptabel. Die Einstellung der Zusammenarbeit an gemeinsamen wirtschaftlichen Aktivitäten auf den südlichen Kurilen sei eine "große Verachtung gegenüber den Gefühlen der ehemaligen Inselbewohner und ihrer Familien". Die Botschaft verwies in diesem Zusammenhang auf die im Jahr 2016 zwischen dem russischen Staatschef Wladimir Putin und dem damaligen japanischen Premierminister Shinzō Abe getroffene Vereinbarung.

In ihrer Stellungnahme gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax fügten die Diplomaten hinzu, Japan halte die sogenannte militärische Sonderoperation Russlands in der Ukraine für inakzeptabel und protestiere kategorisch gegen die Versuche Moskaus, Tokio für die beschlossenen Maßnahmen verantwortlich zu machen.

Auch der amtierende japanische Regierungschef Fumio Kishida verurteilte die Gegenreaktion Russlands auf die japanischen Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg scharf.  

"Russlands Verhalten ist äußerst unvernünftig und absolut inakzeptabel. Wir protestieren vehement."

Der Politiker erklärte am Dienstag, die Regierung in Tokio ändere nicht ihren Kurs auf die Beilegung des Territorialstreits mit Russland um die Kurilen und den Abschluss eines Friedensvertrags.

Dmitri Medwedew, der Vizevorsitzende des russischen Sicherheitsrates, erklärte, Russlands Verzicht auf die Gespräche über einen Friedensvertrag sei "historisch gerechtfertigt". Im Inselstreit hätte Russland sowieso niemals einen Konsens mit Japan gefunden. Auch Japan sei sich darüber schon immer im Klaren gewesen. Die Verhandlungen hätten immer einen rituellen Charakter gehabt.      

"In der neuen Fassung der russischen Verfassung ist direkt festgehalten, dass keine Territorien unseres Landes veräußert werden können. Die Angelegenheit ist damit erledigt."

Am Montagabend hatte das Außenministerium in Moskau eine Reihe von Gegenmaßnahmen verkündet, nachdem sich Japan den westlichen Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg angeschlossen hatte. So wurden die Gespräche über einen Friedensvertrag mit Japan aufgekündigt. Darüber hinaus annullierte Russland eine Vereinbarung über visafreie Reisen für Japaner auf die Kurilen. Die russischen Diplomaten begründeten dies mit einem antirussischen Kurs der Regierung in Tokio und machten sie für den Schaden verantwortlich, der den bilateralen Beziehungen und den Interessen Japans zugefügt wurde.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor knapp 77 Jahren steht der Unterzeichnung eines Friedensvertrags zwischen Russland und Japan der Territorialstreit um die südlichen Kurilen im Wege. Der Archipel liegt zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido. Japan hat die Inseln nach der Kapitulation im Zweiten Weltkrieg an die UdSSR verloren, fordert aber die vier Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und Chabomai zurück. Tokio bezeichnet diese Inseln als seine "Nördliche Territorien". Russland lehnt als Rechtsnachfolger der Sowjetunion eine Rückgabe der Inseln ab.

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