Asien

Moskau: EU sollte ihre diplomatische Mission in Afghanistan zügig wiedereröffnen

Medienberichte über eine mögliche baldige Rückkehr des diplomatischen Personals der EU nach Afghanistan seien sehr zu begrüßen. Einfach nur darüber zu reden, reiche jedoch nicht aus, betonte ein hochrangiger russischer Diplomat am Montag.
Moskau: EU sollte ihre diplomatische Mission in Afghanistan zügig wiedereröffnenQuelle: Reuters © Zohra Bensemra

Der Sondergesandte des russischen Präsidenten für Afghanistan Samir Kabulow forderte auf einer Online-Konferenz die Rückkehr der EU-Diplomaten nach Kabul. Die Mitarbeiter der EU-Mission flohen im August, als die Taliban das Land in ihre Gewalt brachten, ebenso wie die Abgesandten der meisten Länder der Welt. Nur die Botschaften Russlands, Chinas, Pakistans, Kasachstans und Usbekistans seien nicht evakuiert worden, stellte der russische Beamte fest.

Auf die Frage nach Berichten über die Entscheidung Brüssels, nach Afghanistan zurückzukehren, sagte Kabulow:

"Ich habe davon gehört. Wunderbar."

"Es ist an der Zeit, vom Reden zum Handeln überzugehen. Im Großen und Ganzen ist die russische Mission davon ausgegangen, dass es ohnehin keinen Grund gibt, das Land zu verlassen."

Der ranghohe Diplomat, der das zweite Asienreferat des Außenministeriums leitet, wies zudem darauf hin, dass Vertreter der EU im kommenden Monat nach Moskau reisen werden, um sich zum Thema Afghanistan auszutauschen.

Am Montag berichtete die britische Financial Times unter Berufung auf eine Quelle, dass die EU beabsichtige, ihre diplomatische Vertretung in Afghanistan "innerhalb eines Monats" wieder zu eröffnen. Dies wurde später von der EU-Sprecherin Nabila Massrali bestätigt.

Die derzeitige Gruppe von EU-Vertretern befindet sich aktuell in Katar, das sowohl westliche Diplomaten als auch Vertreter der Taliban aufnahm. Laut der Zeitung hat die EU bereits eine Sondierungsmission nach Afghanistan entsandt. Die Taliban haben der EU zugesichert, dass ihre Gebäude sicher sind und vor Terroristen geschützt werden.

Mit der Aufrechterhaltung der russischen diplomatischen Mission in Kabul hat Moskau im Vergleich zu den meisten Ländern der Welt einen deutlich anderen Ansatz für Afghanistan gewählt. Der russische Präsident Wladimir Putin spricht regelmäßig davon, dass Russland sich mit der Realität vor Ort auseinandersetzt. In der Folge hat der Kreml routinemäßige Kontakte zur Taliban-Führung aufgenommen.

Vergangene Woche forderte der russische Außenminister Sergei Lawrow bei einem Treffen mit Vertretern der Gruppe in Moskau die neue De-facto-Regierung Afghanistans auf, das Land zu stabilisieren und ein Kabinett zu bilden, das die Interessen der Bevölkerung umfassend berücksichtigt und die Minderheiten beteiligt.

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