Asien

"Klares Signal" – Erstmals gemeinsame Marine-Patrouille Russlands und Chinas im Westpazifik

Angesichts der sich verschlechternden Beziehungen zu den Ländern der transatlantischen Gemeinschaft rücken China und Russland zunehmend auch militärisch zusammen. Nun fand erstmals eine gemeinsame Patrouille russischer und chinesischer Kriegsschiffe im Westpazifik statt.
"Klares Signal" – Erstmals gemeinsame Marine-Patrouille Russlands und Chinas im WestpazifikQuelle: www.globallookpress.com

Seit geraumer Zeit sind sich Beobachter sicher, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis China und Russland ihre Kooperation auch im militärischen Bereich vertiefen werden. Hintergrund sind die sich keinesfalls verbessernden, sondern sich vielmehr vertiefenden Spannungen beider Länder mit den Staaten der transatlantischen Gemeinschaft.

Zuletzt fand das Bedürfnis auch militärisch enger zusammenrücken zu müssen unter anderem seinen Ausdruck, als sich mehr als 10.000 Soldaten des chinesischen und des russischen Militärs zu einem Manöver in der autonomen Region Ningxia Hui zusammenfanden (Zapad/Interaction 2021). Es handelte sich um das bereits vierte gemeinsame Militär-Manöver und das erste, das auf chinesischem Territorium stattfand. Im Mittelpunkt stand die Stabilität in Zentralasien – auch im Zuge der jüngsten Entwicklungen in Afghanistan.

Nun führten russische und chinesische Kriegsschiffe vom 17. bis 23. Oktober erstmals eine gemeinsame Patrouille im westlichen Teil des Pazifischen Ozeans durch, wie das russische Verteidigungsministerium am Samstag mitteilte. In der Erklärung hieß es:

"Die Aufgaben der gemeinsamen Patrouille waren die Demonstration der Staatsflaggen Russlands und Chinas, die Aufrechterhaltung von Frieden und Stabilität in der asiatisch-pazifischen Region sowie der Schutz von Einrichtungen der maritimen Wirtschaftstätigkeit beider Länder. Während der Patrouille durchquerte die Gruppe von Kriegsschiffen zum ersten Mal die Tsugaru-Straße."

Die russische Marine war in dem gemeinsamen Einsatzverband von insgesamt zehn Kriegsschiffen durch die Kräfte der Pazifikflotte vertreten, denen das Messschiff Marschall Krylow, die großen U-Boot-Abwehrschiffe Admiral Tribut und Admiral Pantelejew sowie die Korvetten Held der Russischen Föderation Aldar Tsydenzhapow und Gromky des Projekts 20380 angehörten. Die chinesische Marine war durch die Lenkwaffenzerstörer Nanchang vom Typ 055 und Kunming vom Typ 052D, die Korvetten Binzhou und Luzhou vom Typ 054A, sowie das Versorgungsschiff Dongpinghu vom Typ 903A vertreten. Die gemeinsamen Patrouillen wurden auf einem über 1.700 Seemeilen umspannenden Gebiet durchgeführt.

Bei der an ihrer engsten Stelle nur 18,7 Kilometer breiten Tsugaru-Meerenge handelt es sich um internationales Gewässer zwischen den japanischen Inseln Honshū und Hokkaidō im Norden des Landes. Die Meerenge verbindet das Japanische Meer mit dem Pazifischen Ozean. Neben der Patrouille führten die beiden Seestreitkräfte gemeinsame taktische Manöver und eine Reihe von militärischen Übungen durch.

Zhang Junshe, ein leitender Wissenschaftler an der Marineforschungsakademie der Volksbefreiungsarmee (PLA), wies am Samstag darauf hin, "dass die erste gemeinsame chinesisch-russische Seepatrouille in den Gewässern des Westpazifiks von entscheidender Bedeutung ist, um ein klares Signal zu setzen und reale Übungen zu absolvieren".

Es ist demzufolge das erste Mal, dass chinesische und russische Kriegsschiffe die Meerenge passierten. Die Nachrichtenagentur Reuters verweist auf einen Sprecher des japanischen Verteidigungsministeriums, wonach die Schiffe weder in japanische Hoheitsgewässer eindrangen, noch internationales Seerecht verletzt worden sei. Demzufolge war es das erste Mal, dass chinesische und russische Kriegsschiffe gemeinsam die Tsugaru-Straße passierten.

Russland und China hielten bereits vom 14. bis 17. Oktober im Rahmen der maritimen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern gemeinsame Marineübungen im Japanischen Meer ab, an denen Kriegsschiffe und Unterstützungsschiffe der russischen Pazifikflotte teilnahmen.

Der Westpazifik gerät zunehmend in den Fokus geopolitischer Rivalitäten zwischen den NATO-Staaten und China. Angesichts der sich intensivierenden Spannungen teilte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Freitag mit:

"Wir sehen ein wachsendes Interesse an unseren (NATO-)Verbündeten und Partnern [im indopazifischen Raum], um sicherzustellen, dass die Region frei und offen bleibt und die auf Regeln basierende internationale Ordnung bestehen bleibt."

In Hinblick auf China, so Austin, sei die NATO "eine unserer größten Stärken".

Dahingegen äußerte sich etwa der chinesische Außenamtssprecher Zhao Lijian im Juni auf einer Pressekonferenz darüber, was er als "lange Geschichte schlechter Ergebnisse" der NATO bezeichnete:

"Sie ist moralisch bis zum Hals verschuldet und hat der Welt immer wieder Kriege und Instabilität beschert."

"China und Russland und Russland stehen zusammen wie ein Berg, und unsere Freundschaft ist unzerbrechlich", ergänzte Zhao Lijian.

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