Asien

Chinas Energiekrise trifft die Weltwirtschaft

Steigende Kohlepreise und damit einhergehende Stromengpässe in China haben das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im dritten Quartal gebremst. Die Lage droht nun im vierten Quartal auf die globalen Lieferketten überzugreifen.
Chinas Energiekrise trifft die WeltwirtschaftQuelle: Reuters © Aly Song

Vergangene Woche schlossen die Kohlefutures in China auf einem Rekordhoch, nachdem sechzig Kohleminen in der wichtigsten kohleproduzierenden Region des Landes aufgrund von heftigen Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen geschlossen werden mussten. Dies verschärfte die Energieversorgungskrise im Land weiter.

Unterdessen trieb das ungewöhnlich kalte Wetter in Teilen Chinas die Kohlepreise auf neue Höchststände, während die Stromnachfrage sprunghaft anstieg. Die steigende Stromnachfrage bei kühlerem Wetter und die Erholung der Industrieproduktion von der Pandemie haben zu einer Verknappung der Kohle im Land geführt. Seit letztem Monat wird die Stromversorgung in mindestens 17 Regionen des chinesischen Festlands rationiert.

Im bisherigen Jahresverlauf ist der Preis für die am meisten gehandelten chinesischen Kohlefutures nach Schätzungen von Reuters um über 200 Prozent gestiegen. Als die Temperaturen über das Wochenende weiter fielen, erreichten die Kohlepreise in China am Montag einen neuen Rekord.

Stromausfälle und die gedämpften Immobilieninvestitionen nach dem Evergrande-Debakel führten dazu, dass das Wirtschaftswachstum in China im dritten Quartal schwächer ausfiel als prognostiziert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal und lag damit unter einem von Reuters-Analysten geschätzten Wachstum von 5,2 Prozent.

Die Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums und die Stromausfälle in den Fabriken bergen die Gefahr, dass die globalen Lieferketten, die bereits durch einen massenhaften Mangel an Halbleitern und Verzögerungen bei der Lieferung verschiedener Vorprodukte belastet sind, weiter ins Wanken geraten. So verkündete der niederländische Mischkonzern Philips am Montag, dass seine Umsätze im dritten Quartal "durch verstärkte globale Lieferkettenprobleme wie beispielsweise die Verknappung elektronischer Komponenten ungünstig beeinflusst wurden". Der Chef des Unternehmens Frans van Houten erklärte:

"Die Volatilität der Lieferketten hat sich weltweit verschärft, was bereits im dritten Quartal zu längeren Vorlaufzeiten geführt hat, um unseren hohen Auftragsbestand in Umsätze zu verwandeln. Wir erwarten, dass dieser Gegenwind auch im vierten Quartal anhalten wird."

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