Asien

Seoul und Pjöngjang stellen direkte Kommunikationskanäle wieder her

Nach wochenlanger Unterbrechung haben Nord- und Südkorea ihre direkten Kommunikationskanäle wieder geöffnet. Zuletzt hatte Pjöngjang die Verbindung aus Protest gegen gemeinsame Militärübungen Südkoreas und der USA vor rund zwei Monaten eingestellt.
Seoul und Pjöngjang stellen direkte Kommunikationskanäle wieder herQuelle: AP © Ahn Young-joon

Die Verbindung über die Telefon- und Faxleitungen sei wiederhergestellt, teilte das südkoreanische Vereinigungsministerium am Montag mit. Auch weitere südkoreanische Behörden bestätigten laut der Nachrichtenagentur Yonhap, dass Pjöngjang am Montagmorgen tatsächlich einen Anruf des Nachbarlandes entgegengenommen habe, sie nannten jedoch keine Einzelheiten des Gesprächs. Seoul äußerte die Hoffnung, dass beide Seiten die Kanäle zur Wiederaufnahme des Dialogs nutzen würden und dies der erste Schritt zu einer baldigen Wiederaufnahme der innerkoreanischen Friedensgespräche sein könnte. Das nordkoreanische Staatsmedium KCNA schrieb am Montag mit Verweis auf die Wiedereröffnung der Hotlines:

"Die südkoreanischen Behörden sollten positive Anstrengungen unternehmen, um die Nord-Süd-Beziehungen auf den richtigen Weg zu bringen und die wichtigen Aufgaben zu erledigen, die Vorrang haben müssen, um eine helle Perspektive für die Zukunft zu eröffnen."

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un hatte bei einer Parlamentssitzung in Pjöngjang in der vergangenen Woche Südkorea seine Absicht mitgeteilt, die Kommunikation zu Südkorea wiederherzustellen, indem er zugleich eine "dauerhafte Friedensregelung auf der koreanischen Halbinsel" ins Gespräch brachte. Während Kim die USA beschuldigte, die Stabilität und das Gleichgewicht auf der Halbinsel durch übermäßige militärische Präsenz und Aktivitäten zu zerstören, versuchte er dem Staatsoberhaupt in Seoul zu versichern, dass Pjöngjang "weder das Ziel noch den Grund" habe, seinen südlichen Nachbarn zu provozieren.

Beide Staaten hatten ihre Kommunikationsleitungen zwischen den Regierungen und den Militärs bereits Ende Juli wieder geöffnet, nachdem sie Nordkorea im vergangenen Jahr aufgrund neuer Spannungen einseitig gekappt hatte. Doch nach nur zwei Wochen stellte das weithin abgeschottete Nordkorea die Verbindung aus Protest gegen gemeinsame Militärübungen Südkoreas und der USA wieder ein. Kim Yo-jong, die Schwester des nordkoreanischen Staatschefs, beschuldigte Seoul damals, ein "perfides Verhalten" an den Tag gelegt zu haben.

Nordkorea, das wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen ist, hatte im vergangenen Monat durch neue Raketentests für Unruhe gesorgt. Unter anderem hatte das Land nach eigenen Angaben eine sogenannte Hyperschallrakete getestet. Wegen ihrer großen Geschwindigkeit können Waffen dieser Art nur schwer abgefangen werden. Südkorea äußerte wegen des Tests sein Bedauern.

Auch hatte Nordkorea zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Südkoreas Präsident Moon Jae-in bezeichnete damals den Test als "Provokation". UN-Resolutionen untersagen Nordkorea Tests von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen könnten.

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(rt de/dpa)

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