Asien

Landstreit: Chinesischer Milliardär Sun Dawu zu 18 Jahren Haft verurteilt

Ein chinesisches Gericht hat den Milliardär Sun Dawu am Mittwoch zu 18 Jahren Haft verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, Verwaltungsaufgaben der Regierung zu behindern und für politische Instabilität zu sorgen. Anlass war ein Streit seiner Firma mit einem staatlichen Konkurrenten.
Landstreit: Chinesischer Milliardär Sun Dawu zu 18 Jahren Haft verurteiltQuelle: AFP © NOEL CELIS

Die Anklage gegen den Selfmade-Milliardär stand im Zusammenhang mit einem Landstreit zwischen Suns Landwirtschaftsunternehmen, der Dawu-Gruppe, und einem staatlichen Konkurrenten.

Sun wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor einem Gericht in Gaobeidian nahe Peking angeklagt. Neben der langen Haftstrafe wurde er zu einer Geldstrafe von 3,11 Millionen Yuan (ungefähr 405.000 Euro) verurteilt.

Bereits im November vergangenen Jahres war er zusammen mit 19 Verwandten und Geschäftspartnern von den Behörden festgenommen worden, nachdem Dawu-Mitarbeiter im August versucht hatten, ein staatliches Unternehmen am Abriss eines Firmengebäudes zu hindern. Einem Social-Media-Post von Sun zufolge wurden bei einem Zusammenstoß mit der Polizei mehr als 20 Personen verletzt.

Suns Anwaltsteam teilte mit, die Staatsanwaltschaft werfe der Dawu-Gruppe vor, ihre Angestellten zu täuschen, die Verwaltungsaufgaben der Regierung zu behindern und für politische Instabilität zu sorgen. Gegen den Milliardär wurde eine Reihe weiterer Vorwürfe erhoben, darunter illegaler Bergbau und illegale Aneignung von Ackerland.

Berichten zufolge soll Sun die Verantwortung für einige Fehler übernommen haben, darunter die Veröffentlichung von Nachrichten im Internet und nicht näher bezeichnete Handlungen in der umstrittenen Landfrage. Er erklärte, dass er die Anschuldigungen auf sich nehmen werde, auch wenn diese schwerwiegend seien. Im Gegenzug verlangte er die Freilassung aller anderen an der Sache beteiligten Personen.

Sun, der sich selbst als ein "herausragendes Mitglied der kommunistischen Partei" bezeichnet, erklärte auf die Anschuldigungen gegen sein Unternehmen, die Dawu-Gruppe "ist vollständig sozialistisch, alle sind auf dem Weg zum gemeinsamen Wohlstand und die Dawu-Mitarbeiter leben sehr gut".

Die Anwälte des Milliardärs erklärten, dass die Geheimhaltung des Prozesses "gegen die gesetzlichen Richtlinien verstößt und die Prozessrechte des Angeklagten nicht schützt".

Der Landstreit ist nicht das erste Mal, dass der Milliardär mit der Kommunistischen Partei Chinas in Konflikt geraten ist.

In den frühen 2000er-Jahren betrieb er eine Website, auf der er unter anderem die staatlichen Banken kritisierte, denen er vorwarf, Investitionen auf dem Land zu vernachlässigen und die Ersparnisse der Landbewohner in städtische Projekte umzuleiten.

Im Jahr 2003 wurde Sun wegen "illegaler Mittelbeschaffung" angeklagt, nachdem er Berichten zufolge ohne Genehmigung der People's Bank of China illegale Einlagen entgegengenommen hatte. In Wirklichkeit warb er bei Freunden und Nachbarn um Investitionen für sein Unternehmen. Nachdem er seinen Berufungsantrag in diesem Fall zurückgezogen hatte, wurde die ursprüngliche Strafe zur Bewährung ausgesetzt.

Im Jahr 2019 kritisierte Sun den Umgang der Regierung mit dem Ausbruch der Schweinepest. Öffentlich prangerte er die Berichterstattung über das Ausmaß der Epidemie an und betonte, dass die Ausbreitung viel schlimmer sei als von den Behörden angegeben. Sun berichtete, dass etwa 15.000 Schweine in seinen Betrieben an der Krankheit gestorben seien und stellte Fotos toter Tiere ins Internet.

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