Asien

Profitmacherei bei Corona-Hilfe? Peking widerspricht indischen Medien

Indiens schwere COVID-19-Lage hat zu starker Abhängigkeit von ausländischer Hilfe in Bezug auf Medikamente und medizinische Geräte geführt. Einiges davon wird aus China importiert. Eine indische Zeitung beschuldigte Peking, die Situation für Profitmacherei auszunutzen.
Profitmacherei bei Corona-Hilfe? Peking widerspricht indischen MedienQuelle: Reuters © Danish Siddiqui

Das chinesische Außenministerium hat Kritik aus Indien zurückgewiesen, dass Peking den Preis für die Sauerstoffgeneratoren, die es nach Neu-Delhi schickt, erhöht und die Komponenten verändert habe. Peking macht eine Knappheit an Materialien zur Bekämpfung der Epidemie für den Preisanstieg verantwortlich.

Am Freitag hat die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums Hua Chunying Reportern erklärt, dass die steigende Nachfrage die globale Lieferkette beeinträchtigt habe und dass dies die Ursache für die Preiserhöhungen in Indien sei, wobei sie speziell auf Lieferschwierigkeiten aus Europa hinwies. Sie fügte hinzu:

"Darüber hinaus äußern indische Käufer ihren Bedarf in der Regel über verschiedene Kanäle und kaufen manchmal über verschiedene Kanäle ein, was ebenfalls zu einer übermäßigen Nachfrage führen kann ... und die Preise in die Höhe treibt."

Hua reagierte damit auf einen Artikel, der am Freitagmorgen von India Today veröffentlicht worden war. Darin wurde mit Verweis auf offizielle Dokumente und Fotos behauptet, dass chinesische Firmen den Preis für die Sauerstoffgeneratoren, die sie nach Neu-Delhi schicken, erhöht und die Qualität der Spezifikationen und Komponenten herabgesetzt hätten.

Die Zeitung behauptet, dass der Hersteller Yuwell die Kosten pro Stück von 340 US-Dollar am 30. April auf 460 US-Dollar ab dem 12. Mai erhöht habe. India Today hob hervor, dass Chinas "humanitäre Geste" nichts anderes als Profitmacherei sei. Ein indischer Käufer soll der Zeitung gesagt haben:

"Wir kaufen viel teurere Produkte für die Hälfte der Qualität, und die Lebensdauer beträgt nur ein paar hundert Stunden im Gegensatz zu ein paar tausend Stunden, für die sie ursprünglich gedacht ist."

Peking hatte zuvor seine Hilfe für Indien hervorgehoben, da das Nachbarland mit einem starken Anstieg der COVID-19-Fälle konfrontiert ist. Der chinesische Botschafter in Indien Sun Weidong schrieb Anfang Mai in einem Tweet:

"China liefert die meisten Sauerstoffkonzentratoren nach Indien und produziert weiterhin Sauerstoffkonzentratoren und andere medizinische Geräte für Indien."

Am Dienstag erhob die staatliche chinesische Zeitung Global Times ihren eigenen Vorwurf und behauptete, dass indische Zwischenhändler durch den Weiterverkauf von in China hergestellten Sauerstoffkonzentratoren große Gewinne erzielt hatten. Die Zeitung schrieb, chinesische Lieferanten seien "verärgert und traurig" zu hören, dass ihre humanitären Bemühungen untergraben würden.

Indien kämpft mit einer sehr schweren Welle von COVID-19 und registriert täglich mehr als 300.000 neue Fälle. Das Land ist von ausländischer Hilfe und Importen medizinischer Güter abhängig geworden.

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