Afrika

Nigeria: 1.000 freiwillige Jäger schließen sich dem Kampf gegen Boko Haram an

Im Bundesstaat Borno im Nordwesten Nigerias haben sich rund tausend einheimische Jäger den staatlichen Sicherheitskräften angeschlossen. Im Kampf gegen die islamistische Miliz Boko Haram, die die Region seit über einem Jahrzehnt terrorisiert, wollen sie ihren Beitrag leisten.

"Wir halten uns für besser als die Armee, weil die Soldaten erst erwachsen sein müssen, bevor sie das Schießen lernen. Wir haben unsere Fähigkeiten mit Hilfe unserer Eltern erworben. Schon als sie mitten in der Nacht auf die Jagd gingen, gingen wir mit. Deshalb betrachten wir unsere eigenen Kampffähigkeiten als überlegen gegenüber denen des Militärs", sagt Adam Yusuf, einer der Jäger.

Die Verwaltung des Bundesstaates Borno beschloss, die freiwilligen Jäger miteinzubeziehen, da deren örtlichen Kenntnisse eine wesentliche Unterstützung bieten. Schon in der Vergangenheit hatte sich ihr Kampfeinsatz gegen Boko Haram bewährt. "Wir haben viel erreicht. Manchmal hat uns Boko Haram angegriffen. Aber Gott hilft uns immer, sie zu überwinden. In Konduga konnten wir mindestens acht Mitglieder von Boko Haram töten", erklärt Yusuf.

Die Boko-Haram-Miliz hat es schon seit längerem auf die nordöstlichen Bundesstaaten des Landes abgesehen. Sie weisen weltweit eine der schlechtesten wirtschaftlichen Indikatoren auf, wo über 70 Prozent der Bevölkerung in absoluter Armut lebt. Viele von ihren Kindern und Jugendlichen werden regelmäßig von der Gruppe entführt und zwangsrekrutiert. Seit 2009 sind insgesamt weit über 35.000 Nigerianer der Gewalt der Boko Haram zum Opfer gefallen. Anschläge auf zivile Ziele, wie Märkte, Bushaltestellen, Schulen und religiöse Institutionen, werden regelmäßig verzeichnet.

Die Menschen haben Angst vor weiteren Anschlägen und Entführungen der Boko Haram, aber auch vor der Repression der nigerianischen Sicherheitskräfte. Diese hat im Kampf gegen die islamistische Miliz tausende Zivilisten und mutmaßliche Boko-Haram-Anhänger hingerichtet. Laut der UNO-Flüchtlingshilfe befinden sich wegen der Gewalt mehr als 2,6 Millionen Menschen auf der Flucht. "Ich ging mit meinem Bruder raus. Ich sah einen Hubschrauber am Himmel. Wir sahen Soldaten. Sie schossen auf uns. Wir rannten in den Busch. Meinen Bruder haben sie erschossen, aber ich konnte in den Busch fliehen, erzählt Orga Adoji, Einwohner des Dorfes Konshisha, das von nigerianischen Streitkräften angegriffen wurde.

Das Ziel von Boko Haram ist die Einführung eines Kalifats, der Einrichtung der Scharia und des Verbots westlicher Bildung. Die freiwilligen Kämpfer von Borno, die größtenteils der Ethnie Hausa zugehörig und sowohl Muslime als auch Christen sind, wollen diese Entwicklung weitestgehend helfen zu vermeiden.

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