Afrika

Frankreich schließt Militärstützpunkte in Mali

Frankreich will bereits in diesem Jahr mit dem geplanten Truppenabzug aus Mali beginnen. Der Abzug der Soldaten soll demnach Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein. Der Präsident hatte bereits vor rund einem Monat das Ende des Kampfeinsatzes Barkhane mit gut 5.100 Soldaten angekündigt.
Frankreich schließt Militärstützpunkte in MaliQuelle: AFP © Stephane de Sakutin

Die französischen Militärstützpunkte im Norden Malis sollen ab dem zweiten Halbjahr geschlossen werden, sagte Präsident Emmanuel Macron am Freitag nach einem Videogipfel. Der Abzug der französischen Soldaten aus den nordmalischen Militärbasen Kidal, Tessalit und Timbuktu soll "im zweiten Halbjahr 2021 beginnen und Anfang 2022 abgeschlossen sein", berichtet die französische AFP

Macron hatte vor etwa einem Monat das Ende des Einsatzes Barkhane mit gut 5.100 Soldaten angekündigt, nachdem die Soldaten acht Jahre lang lokalen Kräften geholfen hatten, die Bedrohung durch islamistische Rebellen, die mit Al-Qaida und dem "Islamischen Staat" verbunden sind, abzuwehren. In Frankreich wie in den Sahelstaaten steht die achtjährige Operation mangels Erfolgen zunehmend in der Kritik. Opération Barkhane ist eine von Frankreich geführte Militäroperation zur Bekämpfung des transnationalen, islamistischen Terrorismus, die seit dem 1. August 2014 in der afrikanischen Sahelzone stattfindet.

Der französische Präsident bestand jedoch nach dem Gipfelgespräch mit Mali und vier weiteren Staaten der Sahelzone darauf, dass Frankreich ein langfristiger Partner für die G5-Staaten Mali, Burkina Faso, Tschad, Mauretanien und Niger bleibe.

"Unsere Feinde haben ihre territorialen Ambitionen aufgegeben, um ihre Bedrohung nicht nur in der Sahelzone, sondern in ganz Westafrika zu verbreiten", sagte Macron bei einer Pressekonferenz mit Nigers Präsident Mohamed Bazoum. "Leider bedeutet diese Offensive einen erhöhten Druck auf alle Länder des Golfs von Guinea, der bereits Realität ist", sagte er.

"Wir werden uns dementsprechend neu organisieren, um diese Ausbreitung in den Süden zu stoppen, und dies wird zu einer Reduzierung unseres militärischen Fußabdrucks im Norden führen."

Der nigrische Präsident sagte, die französische Militärhilfe für die Krisenregion sei auch künftig "unerlässlich". Als Beispiele nannte er die Geheimdienste und die Luftwaffe. Bazoum war am Donnerstagabend von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin empfangen worden und im Anschluss nach Paris weitergereist.

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