"Test der Verteidigungsbereitschaft" - NATO startet drei Großmanöver mit 15.000 Soldaten in Osteuropa

Die neu gebildete Schnelle Eingreiftruppe der NATO, welche die Ostgrenze der „Verteidigungs“-Allianz gegen die vermeintliche „russische Bedrohung“ stärken soll, hat mit ihrem ersten umfassenden Manöver begonnen. Gleichzeitig begannen am Dienstag zwei weitere NATO-Übungen. Deutsche Einheiten sind an allen drei Großmanövern wesentlich beteiligt.
"Test der Verteidigungsbereitschaft" - NATO startet drei Großmanöver mit 15.000 Soldaten in OsteuropaQuelle: Reuters © Kacper Pempel

„Das ist die erste vollständige Verlegung der neuen Truppe“, erklärte der NATO-Sprecher und polnische Oberst Marek Pietrzak gegenüber AFP.

Im Rahmen des Manövers „Noble Jump“ (Edler Sprung) übt die NATO erstmals die rasche Verlegung einer größeren Kampftruppe aus mehreren Mitgliedsländern in einen osteuropäischen Mitgliedstaat. Es ist der erste Realitätstest für die sogenannte Speerspitze, die Vorhut der NATO-Eingreiftruppe, die in Brigade-Stärke binnen fünf Tagen mobilisiert werden kann.

Im zweiten Abschnitt des „Noble Jump“ werden die beteiligten Teile der Speerspitze an einen gemeinsamen Zielort verlegt. An dieser Übung nehmen außer einem deutschen Bataillon noch Einheiten aus Tschechien, den Niederlanden und Norwegen teil.

Die Speerspitze, die sich dort in den nächsten Tagen versammelt, wird mehr als 2.000 Soldaten umfassen und nach ihrer Ankunft erstmals gemeinsam im Gelände operieren.

In diesen Tagen sollen gleich drei große Übungen der Militärallianz stattfinden. Rund 15.000 Soldaten aus 19 NATO-Staaten und drei weiteren Partnerländern werden an drei großen Übungen teilnehmen, wobei die regionalen Schwerpunkte von der Ostsee über das Baltikum bis nach Polen reichen; außerdem findet es eine NATO-Stabsübung in Neapel statt.

An den Manövern werden deutsche Einheiten "in erheblicher Weise" beteiligt sein. Vor allem im Rahmen der Übung „Baltops“ werden bis zum 20. Juni vor allem Schiffe und Boote der deutschen Marine in der Ostsee an zahlreichen maritimen Aktionen teilnehmen. Dazu gehören, so die FAZ, unter anderem das Stoppen und Durchsuchen anderer Schiffe, Luftabwehr und Abwehr von Angriffen anderer Schiffe und das Absetzen von Kampftruppen am Strand.

Am Landmanöver „Saber Strike“ (Säbelhieb), das gleichzeitig im Baltikum und im Osten Polens stattfindet, werden unter Leitung der USA, die es konzipiert haben, neben den gastgebenden Streitkräften aus Polen und dem Baltikum auch Abordnungen aus Norwegen, Dänemark, Finnland und Infanteriekräfte aus Deutschland, Großbritannien und Kanada teilnehmen.

Die Schnelle Eingreiftruppe der NATO soll etwa eine Stärke von 5.000 Mann aufweisen und bis 2016 in der Lage sein, operationsfähig zu sein. Während die Elite Task Force als Vorauskommando durch Einheiten in der Luft, zu Wasser und Spezialkräfte unterstützt werden soll, geht es darum, die Eingreiftruppe schnellstmöglich mobilisierbar zu machen.

Die Speerspitze soll künftig aus jenen Truppenteilen gewonnen werden, die jährlich von den Mitgliedsländern für die seit Jahren schon bestehende Bereitschaftstruppe der NATO (NATO Response Force) gemeldet werden.

Das erste Trainingsprogramm dieser Art hatte im April in der Tschechischen Republik und den Niederlanden stattgefunden. Im Oktober und November will die NATO noch weitere Manöver abhalten, unter anderem in Italien, Portugal und Spanien.

In einem Interview mit dem italienischen Corriere della Sera erklärte der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dass „nur eine völlig geisteskranke Person und selbst die nur im Traum sich vorstellen könnte, dass Russland plötzlich die NATO angreifen wird“. Er geht davon aus, dass einige Staaten schlicht die Angst vor Russland ausnutzen würden und sich „als Frontstaaten inszenieren, um militärische, wirtschaftliche, finanzielle und sonstige Hilfen zu erhalten“.

Der italienische Außenminister Paolo Gentiloni betonte der gleichen Zeitung gegenüber, die NATO müsse Russland eine Sicherheit bieten, dass eine weitere Expansion in die Ukraine ein unrealistisches Szenario sei, gleichzeitig betonte er jedoch abschließend:

„Es liegt aber in der Natur der Organisation, dass die NATO ihr eigenes Territorium verteidigen wird.“
 

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