Wirtschaft

Huawei versüßt EU-Deal mit Versprechen über Fabrikbau und Schaffung neuer Arbeitsplätze

Während die EU versucht, einen Mittelweg zu finden, um dem Technologiekonzern Huawei mindestens eine begrenzte Rolle beim 5G-Ausbau einzuräumen, verspricht das chinesische Unternehmen nun, neue Produktionsstätten in Europa zu bauen und Arbeitsplätze zu schaffen.
Huawei versüßt EU-Deal mit Versprechen über Fabrikbau und Schaffung neuer ArbeitsplätzeQuelle: Reuters © Toby Melville

Der chinesische Telekommunikationsriese Huawei erklärte am Dienstag, er werde Fertigungszentren in Europa errichten. Das Unternehmen versucht hiermit, den Druck der USA auf die EU-Staaten abzuwehren, mit dem Washington eine Beteiligung Huaweis am europäischen 5G-Netz verhindern will. Während des Neujahrsempfangs nach dem chinesischen Kalender in Brüssel sagte der Topmanager des Unternehmens für Europa Abraham Liu:

Huawei engagiert sich mehr als je zuvor für Europa.

Deshalb haben wir beschlossen, dass wir Produktionsstätten in Europa aufbauen wollen, damit wir 5G für Europa in Europa herstellen können.

Die Ankündigung erfolgt nur wenige Tage, nachdem die EU den Mitgliedstaaten empfohlen hat, Telekommunikationsunternehmen, die als Sicherheitsrisiko gelten, von kritischen Teilen der 5G-Infrastruktur auszuschließen.

Doch der EU-Plan, der sich eng an die von Großbritannien festgelegten Regeln anlehnte, die Huawei nur eine begrenzte Rolle zugestanden, schaffte es nicht, das Unternehmen vom Kommunikationsnetz der nächsten Generation auszuschließen.

Diese Richtlinien waren die Frucht monatelanger Diskussionen innerhalb der EU, die sich bemühte, einen Mittelweg zu finden, um Huaweis enorme Dominanz im 5G-Bereich mit den von Washington geäußerten Sicherheitsbedenken auszugleichen.

Liu räumte in seiner Rede ein, dass die Technikwelt "zunehmend in geopolitische Fragen, Handelsverhandlungen und den diplomatischen Dialog zwischen den Nationen verstrickt ist". Mit einer Mahnung richtete er sich indirekt an Washington:

Politisch motivierter Argwohn geht nicht auf die vor uns liegenden Herausforderungen ein.

Der Top-Manager forderte Europa, die USA und China auf, "mehr in die politische Diskussion zu investieren, um über Zusammenarbeit und gemeinsame Regeln zu sprechen".

In der EU wird die Entscheidung über ein Verbot von Huawei letztendlich den Mitgliedsstaaten überlassen, doch die Empfehlungen der Europäischen Kommission über einen Mittelweg geben den EU-Staaten Deckung. Somit ist es ihnen möglich, sich den "Bitten" Washingtons zu widersetzen.

Der Bau von Fabriken in Europa würde die EU-Länder dazu bewegen, von harten Maßnahmen gegen Huawei abzusehen, wobei alle Augen auf Deutschland gerichtet sind: Die Regierung in Berlin zögert ihre Entscheidung über ein mögliches Verbot weiter hinaus.

Nach Angaben des Unternehmens beschäftigt Huawei über 13.000 Mitarbeiter und betreibt zwei Regionalzentren und 23 Forschungszentren in zwölf EU-Ländern.

Huawei ist einer der weltweit führenden Anbieter von Netzwerktechnologie und einer der wenigen – neben den europäischen Telekommunikationsunternehmen Nokia und Ericsson –, die in der Lage sind, 5G-Netze aufzubauen.

Die Vereinigten Staaten behaupten, dass das Unternehmen eine potenzielle Bedrohung für die Cybersicherheit darstelle und Cyberspionage für die chinesische Regierung betreibe, zu der es angeblich enge Verbindungen habe.

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